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Ernte-Infos ....

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13 Jul 2016 15:15 #9671 von cattle
cattle erstellte das Thema Ernte-Infos ....
MoinMoin!

Anbei einige Ernte-Infos aus der Feder Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Sehr informativ, da diese Pressemeldung auch auf die Lage an den deutschen und internationalen Märkte eingeht!

Uwe
(cattle)

Vorläufige erste Einschätzungen zur Getreide- und Rapsernte
Qualitätsgetreide made in Schleswig-Holstein
Im südlichen Schleswig-Holstein haben die ersten Betriebe mit der Gersten-ernte begonnen, bei gutem Wetter werden nördlichere Landesteile in der kommenden Woche anfangen, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Ende Juli/Anfang August werden dann Weizen- und Rapsernte folgen. Die Land-wirte hierzulande hoffen, nach den üppigen Schauern im Juni und Juli, jetzt auf stabiles Hochdruckwetter für eine zügige Abreife. Auf dem Gutsbetrieb Futterkamp sind die Mähdrescher ebenfalls startklar, und auch auf den Ver-suchsfeldern der Landwirtschaftskammer laufen die Vorbereitungen für die Ernte. Über 25.000 Parzellen auf landesweit mehr als acht Standorten müs-sen beerntet, die Ergebnisse möglichst schnell verarbeitet und bis zur Aus-saat, die ab 20. August mit der Rapsbestellung beginnt, zu Beratungsem-pfehlungen für die Landwirte verarbeitet werden.
Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer, gab in Futterkamp mit Blick auf die bevorstehende Ernte erste Einschätzungen zum Stand der Kulturen, zur Marktlage und zu den Preisen:
Eher niedrige Erzeugerpreise erwartet
Weltweit wird wieder eine große Getreideernte erwartet, das bedeutet in der Tendenz eher niedrige Preise. Für Getreide sind die Preise alle deutlich unter Vorjahresniveau. Backweizen 14,50 Euro/dt, Futterweizen 12,50 Euro/dt, in der Tendenz dürften die Getreidepreise weiter unter Druck stehen. Für die Tierhalter im Land bedeutet dies auf der anderen Seite etwas niedrigere Futterkosten. Win-tergerste und Roggen werden derzeit ebenfalls zu 12,50 Euro/dt gehandelt. Ein-zig Raps profitiert von der engen Versorgungslage am Markt weltweit. Die Preise für die Erzeuger haben möglicherweise noch Luft nach oben. Derzeit bekommen Landwirte für Raps 34,00 Euro/dt.
Vorläufige Ertragserwartungen: mindestens Durchschnitt
Die Landwirtschaftskammer rechnet aufgrund des Witterungsverlaufes und erster Einschätzungen ihrer Experten insgesamt mit einer guten bis mindestens durch-schnittlichen Getreide- und Rapsernte. Claus Heller, Präsident der Landwirt-schaftskammer, betonte: „Derzeit präsentieren sich die Bestände gut, Probleme gibt es regional begrenzt durch Starkregen. Die Niederschläge sind sehr hetero-gen verteilt gewesen. Einige Gerstenbestände sind ins Lager gegangen (liegen platt), Qualitätseinbußen können mitunter bei Gerste die Folge sein. Raps und Weizen hat der Regen bisher nicht geschadet.
Ein Blick auf die internationalen Agrarmärkte
Ernteprognosen für die Welt, die EU und Deutschland:
Hohe Ernteerwartungen weltweit sorgen für Preisdruck bei Raps und Getreide
Die Ernte in Schleswig-Holstein kann nur zu einem Teil im Land selbst verbraucht werden. Die Hoffnung für das bevorstehende Wirtschaftsjahr beruht daher auf um-fangreichen Exporten, wie diese auch im Vorjahr erfolgt sind. Ob dieses möglich sein wird, hängt neben den Qualitäten auch von dem Angebots- und Nachfrageverhalten auf dem Weltmarkt ab. Es lohnt daher der Blick auf die Weltagrarmärkte.
Die Weltgetreideernte wird 2016 auf 2,03 Mrd. t geschätzt, das sind mit 45 Mio. t rund 2 % mehr als im Vorjahr. Nach den Zahlen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) dürfte die Weltweizenernte mit 731 Mio. t rund 3 Mio. t kleiner als im Vorjahr ausfallen. Die Niederschläge in vielen Regionen der Welt haben neben Verunsicherungen hinsichtlich der Qualität eine höhere Ertragserwartung mit sich gebracht. Somit ist durchaus das Erreichen des Vorjahresniveaus möglich. Bei den Futtergetreidearten ist eine höhere Ernte beim Körnermais zu erwarten.
Welt-Weizenbestände legen leicht zu
Der weltweite Verbrauch wurde leicht nach oben korrigiert auf von 716 Mio. t Weizen. Die Menge bleibt somit hinter dem Angebot zurück, und es kommt weiter zum Aufbau von Beständen. Nach den Schätzungen des USDA sollen es zum 30. Juni 2017 rund 258 Mio. t sein. Das entspricht einem Anteil von 36 % des Verbrauchs. Das heißt, über einem Drittel des weltweiten Verbrauchs liegt im Lager. Oder man kann es auch so ausdrücken: Die Welt könnte sich über vier Monate von diesem Bestand ernähren. Aber diese Mengen sind nicht gleichmäßig in der Welt verteilt. So lagern 118 Mio. t davon in China. Diese Menge übersteigt damit auch den chinesischen Jahresverbrauch von 110,5 Mio. t. Derzeit ist China ein Unsicherheitsfaktor in der wirtschaftlichen Entwicklung. Im Zuge des Umbaus der Gesellschaft hin zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft ist China auch dabei die Lagerbestände zu reduzieren. Bislang konnte davon ausgegangen werden, dass von dem eingelagerten Weizen keine Mengen wieder auf dem Weltmarkt angeboten werden. Im Reich der Mitte ist man derzeit dabei, die Ankaufspreise zu senken, damit neben Weizen auch weniger an Gerste und vor allem Mais eingelagert werden. Das könnte nicht zuletzt dazu führen, dass Getreide auf dem Weltmarkt angeboten wird.
Aber auch in vielen weizenexportierenden Ländern kommt es tendenziell zu einem Aufbau der Bestände. Ausnahmebeispiel ist Argentinien: Mit den Wahlen im Herbst 2015 ist eine andere Regierung an die Macht gelangt. Diese will den Export von Agrargütern stärker fördern und hat daher die Exportzölle gesenkt. Durch eine gleichzeitige Abwertung ihrer eigenen Währung wurde und wird viel Weizen preisgünstig am Weltmarkt angeboten.
EU-weit Weizenernte fast auf Vorjahresniveau
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium geht derzeit von einer Weizenernte in der EU von 157,5 Mio. t aus, damit wird das Vorjahresergebnis um 2,5 Mio. t verfehlt. In diesen Zahlen ist auch der Hartweizen enthalten. Der europäische Dachverband des privaten Landhandels erwartet eine Weichweizenernte von 148 Mio. t (150 Mio. t im Vorjahr). Die jüngste Schätzung weist dabei eine positive Korrektur um 1,2 Mio. t auf 6,4 Mio. t aus. Die umfangreichen Niederschläge der vergangenen Wochen wirkten vorteilhaft. Ein Einschnitt in die andere Richtung wird für Großbritannien erwartet. Hier geht man von einer Weizenernte
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in Höhe von 15,2 Mio. t (16,2 Mio. t) im Vorjahr aus. Der Brexit führte zur Verunsicherung der Märkte. Für den Getreidemarkt hat der Warenaustausch zwischen den einzelnen Ländern der EU und Großbritannien keine marktbeherrschende Stellung. Daher tritt der Brexit den Weizenmarkt nur am Rande. Durch die Verunsicherung ist aber nicht nur die britische Währung deutlich in den Keller gerutscht, sondern auch der Euro hat an Wert verloren. Das erhöht die Chancen im Export.
Ein Blick auf die Entwicklung der Bestände zum Ende des Wirtschaftsjahres sieht auch für die EU einen steigenden Trend. Lag der Bestand vor drei Jahren noch bei knapp 10 Mio. t, so könnten zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres die Bestände auf 18,5 Mio. t anwachsen.
Deutschland erwartet Vorjahresernte
Deutschland ist mit einer erwarteten Weizenernte 26,1 Mio. t nach Frankreich (38,8 Mio. t) der zweitgrößte Weizenproduzent Europas. Die Ernteerwartung für Deutschland liegt nur knapp (0,3 Mio. t) unter dem Vorjahresergebnis. Allerdings gibt es durchaus unterschiedliche Einschätzungen. Ausgehend von einer eher ertragsfördernden Wirkung der letzten Niederschläge dürfte die Differenz zur Vorjahresmenge noch aufzuholen vielleicht auch noch zu übertreffen sein.
Deutlich niedrigere Weizenpreise als im Vorjahr
Die Aussichten auf eine weltweit hohe Weizenernte und die in den vergangenen Jahren angestiegenen Bestände drücken auf die Preisentwicklung. Auch in Schleswig-Holstein wird eine gute Weizenernte erwartet, entscheidend wird wie immer die Witterung der nächsten Wochen und zum Erntezeitpunkt sein, ob sie sich auch einstellt.
Zwischenzeitlich haben gute Exporte sowie das Risiko von Auswinterungsschäden die Preise ansteigen lassen auf Ex-Ernte-Preise im Bereich um die 16,0 €/dt. Derzeit sind diese aber wieder auf ein Niveau um die 14,5 €/dt, und teils darunter zurückgefallen. Etliche Erzeuger haben die zwischenzeitlich höheren Preise für einen Abschluss eines Vorkontraktes genutzt. Andere setzen auf eine steigende Preisentwicklung in der Nacherfassung.
Gerstenernte in SH, Deutschland und EU
Ob in Schleswig-Holstein wieder ein Rekordertrag erreicht werden kann, ist fraglich. Die Voraussetzungen für einen guten Ertrag sind da, es wird sich zeigen. Für Deutschland sehen die Analysten eine Ernte von 11,3 Mio. t, das sind rund 0,3 Mio. t weniger als im Vorjahr. Aber auch hier gilt, dass tendenziell noch eine Korrektur nach oben vorgenommen wird, somit ist im Großen und Ganzen von einer ähnlich großen Gerstenernte auszugehen wie im Vorjahr.
Futtergerstenpreise unter Druck
Für die Futtergerste herrscht derzeit Preisdruck, nicht zuletzt durch ein erwartetes höheres Aufkommen an Futterweizen. Durch die Niederschläge wird in Frankreich wie auch in Deutschland mit Qualitätsproblemen beim Weizen gerechnet, damit dürfte tendenziell mehr Futterweizen am Markt sein und auf die Preise für Futtergetreide drücken. Die Mischfutterhersteller halten sich daher mit Käufen zurück.
EU-weit mehr Gerste: Vorkontrakte kaum noch nachgefragt
Die Aussichten auf eine unverändert hohe Gerstenernte in der EU von 63 Mio. t nach 61 Mio. t im Vorjahr lässt kaum Spielraum für steigende Preise. In diesem Jahr dürfte Spanien mit einer um 2,5 Mio. t höheren Ernteerwartung von 9 Mio. t eine große Konkurrenz darstellen. Frankreich wird mit 12,5 Mio. t das Vorjahresniveau voraussichtlich erreichen. Hier wird angesichts der umfangreichen Niederschläge mit Qualitätsproblemen gerechnet. Das macht sich in einem festeren Braugerstenpreis bemerkbar. Entscheidend dürfte dabei aber auch der Export sein. So werden zwar höhere Importe in Saudi-Arabien erwartet, aber China dürfte weniger importieren. Zudem steht ein umfangreiches Exportangebot aus der
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Schwarzmeerregion am Weltmarkt zur Verfügung. Zusätzlich wird Spanien zu Beginn des Wirtschaftsjahres schon mit Gerste aufwarten können und somit auch wenig Chancen für steigende Preise bieten. Derzeit liegen die Vorkontraktpreise für Gerste bei knapp 130 €/t ex Ernte, Vorkontrakte werden bei diesen Preisgeboten kaum noch abgeschlossen.
Roggenanbau weiter rückläufig
Im Anbau ist der Roggen weiter auf dem Rückzug, so wurde die bundesweite mit Roggen bestellte Fläche von 623.000 ha auf 580.000 ha eingeschränkt. Bei einem unterstellten Ertrag von 56,5 dt/ha ergibt sich eine Erntemenge von 3,3 Mio. t, nach 3,5 Mio. t im Vorjahr. Für die Ernährungsindustrie wird nur rund 1 Mio. t benötigt, der Rest wird größtenteils verfüttert. Es gelangen aber auch einige Mengen als Ganzpflanzensilage oder aber auch als Getreide in die Biogasanlagen. In der Verfütterung hat Roggen meistens den Status des günstigsten Getreides. Neben Deutschland ist nur noch Polen als namhafter Produzent von Roggen in der EU zu nennen. In Polen werden mit knapp 2,7 Mio. t rund 0,7 Mio. t mehr als im Vorjahr erwartet. Somit steigt das Angebot in der EU von erwarteten 7,8 auf 8,1 Mio. t an. Das spricht nicht gerade für einen preisstützenden Impuls.
Wie auch in den Vorjahren ist beim Roggen das Wetter kurz vor und in der Erntephase im Hinblick auf die Qualitäten entscheidend. Fehlt es an einer ausreichenden Fallzahl und ist zuviel Mutterkorn im Roggen enthalten, ist dieser Roggen nicht mehr als Brotroggen zu verwenden. Sollte das Wetter nur einen kleinen Anteil an Brotroggen zulassen, dann könnte für die Qualität ein entsprechender Preis zu erzielen sein. In den letzten Jahren ist dieser Fall nicht eingetreten. Auf dem Weltmarkt ist Brotroggen kaum zu vermarkten, es gibt kaum Nachfrage für dieses Getreide.
Roggenpreise bleiben schwach
Aktuell wird Roggen – also Roggen aus der Ernte 2015 am Hamburger Großmarkt zu Preisen um 14,0 €/dt gehandelt. Der Preis bewegt sich damit leicht über dem Futtergerstenpreis von 13,7 d/dt. Die Notierungen für September – also für die heranwachsende Ernte – liegen für Roggen mit 14,3 €/dt aber unterhalb des Futtergerstenpreises von 14,7 €/dt. Das ist auch in den vergangenen Jahren der Normalfall geworden. Insbesondere im letzten Jahre war Gerste für den Export ein gefragtes Getreide, Brotroggen ist nur auf dem deutschen und polnischen Markt ein gefragtes Getreide. Daran dürfte sich auch in diesem Jahr nichts ändern. Die Preisgebote ex Ernte bewegen sich im Bereich um die 12,5 €/dt.
Raps bleibt ein knappes Gut
Die Schätzungen zur Rapsernte in Deutschland und auch der EU weichen voneinander ab. So wird für Deutschland eine Ernte in Höhe von 5,35 Mio. t vonseiten Cocerals erwartet, das Vorjahresniveau wird demnach um 0,3 Mio. t übertroffen. Andere Analysten sehen die Rapsernte eher auf dem Vorjahresniveau. Eines bleibt aber unbenommen, Deutschland wird nach den Schätzungen wieder das Land in der EU mit der größten Rapsernte sein. In Frankreich sollen nach den Erwartungen von Coceral 5,2 Mio. t Raps geerntet werden. Für die EU laufen die Schätzungen auf ein Niveau von 22 Mio. t hinaus, das sind 0,3 Mio. t mehr als im Vorjahr.
Geht man von den Bilanzen der EU-Kommission aus, so liegt der Rapsverbrauch in der EU bei 24,8 Mio. t, das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Das heißt, für diesen Bedarf sind Importe erforderlich. Aber man kann nicht jeden Raps importieren, Raps aus Kanada ist nicht GVO-frei und kommt somit nicht in Frage. Daher konzentrieren sich die Importe auf die Ukraine und Australien. In der Ukraine ist der Rapsanbau in diesem Jahr eingeschränkt worden, es steht damit auch weniger Raps aus diesem Land zur Verfügung. Im vergangenen Jahr hat die Ukraine 1,4 Mio. t Raps exportiert, wovon ein Großteil den Weg in die EU gefunden hat. Australien soll Raps in einer Größenordnung von 2,4 Mio. t exportiert haben,
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auch davon ist ein Teil in Richtung EU geliefert worden. Im laufenden Wirtschaftsjahr wird von einer höheren Rapsernte in Australien ausgegangen, was auch den Export entsprechend nach oben treiben könnte.
Insgesamt wird der Import der EU von Raps 2015 von dem Unternehmen ADM aktuell auf 2,8 Mio. t taxiert. Die EU schätzt den Import (2015) auf 3,5 Mio. t und im laufenden Wirtschaftsjahr auf 3,1 Mio. t.
Im vergangenen Wirtschaftsjahr zeigte sich die enge Versorgungslage in steigenden Preisen zum Ende des Wirtschaftsjahres. Dazu hat auch die Aussicht auf eine wieder enge Versorgungslage im laufenden Wirtschaftsjahr beigetragen.
Die Leitfrucht Sojabohne
Die Preise für Raps in der EU werden maßgeblich von der Warenterminbörse in Paris vorgegeben. Diese Notierungen richten sich nicht nur nach dem Rapsmarkt alleine, sondern auch nach den Einflüssen des Sojabohnenmarktes, des Palmölmarktes und auch des Rohölmarktes. Zuletzt haben die guten Aussichten am Sojabohnenmarkt die Notierungen in Chicago unter Druck gesetzt und damit auch die Rapspreise in Paris mit nach unten gezogen. Gestützt wurden die Rapsnotierungen zuletzt auch von den festeren Rohölnotierungen und zwischenzeitlich auch von den höheren Palmölnotierungen.
Fallende Palmölnotierungen sorgten dafür, dass von dieser Seite die Unterstützung zurückging. Insgesamt fielen die Notierungen in Paris im Juni um rund 30 €/t zurück. Bei höheren Kursen waren Vorkontraktpreise bis zu 37,0 €/dt möglich. Derzeit bewegen sich die Kurse in Paris für August im Bereich von 35,5 bis 36,0 €/dt.. Daraus ergeben sich Vorkontraktpreise für Raps im Bereich von 34,5 €/dt, zu diesen Preisgeboten schließen kaum noch Erzeuger einen Vorkontrakt ab. Etliche Erzeuger haben die höheren Preise bereits genutzt, sodass schon viele Rapsteilmengen im Vorfeld der Ernte vermarktet worden sind.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die enge Versorgungslage beim Raps wieder an den Börsen in Form von steigenden Preisen durchsetzen kann. Dabei sind Erzeugerpreise oberhalb von den zuletzt erzielbaren 37,0 €/dt jedoch nicht zu erwarten.
Verantwortlich für den Pressetext: Daniela Rixen, Pressesprecherin der
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Telefon: 0 43 31-94 53-110, E-Mail:
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Hintergrund zur Qualität von Backweizen
Weizenernten haben stets jahrgangsspezifische Merkmale. Ertrag und Qualität sind das Ergebnis von Sortenwahl, Anbaumaßnahmen und Witterung. Um vergleichen zu können, gibt es Qualitätskriterien.
Sauber und trocken sollten die Weizenkörner auf dem Ladewagen sein. Die Werte Feuchtigkeitsgehalt und Schwarzbesatz geben darüber einen ersten Einblick. Die Feuchtigkeit sollte möglichst unter 14,5 Prozent liegen, als Schwarzbesatz gelten verdorbene Körner, Unkrautsamen, Mutterkorn, Brandbutten Verunreinigungen (Staub, Steine, Metallteile, Stroh) und Spelzen.
Vom Bundessortenamt kommt jedes Jahr die "Beschreibende Sortenliste", die einen Einblick gibt, welche "inneren" Eigenschaften vom Weizen erwartet werden. Gemäß des Verbandes deutscher Mühlen hier die wichtigsten Definitionen:
Proteingehalt (%): Wird mit chemischen Standardmethoden (nach Kjeldahl bzw. Dumas) bestimmt. Der Rohproteingehalt beim Weizen wird stark durch Menge und Zeitpunkt der Stickstoffdüngung beeinflusst, es bestehen jedoch auch große sortenspezifische Unterschiede. Steigende Proteingehalte wirken sich bei "guten" Sorten in der Tendenz positiv auf das Backverhalten aus.
Sedimentationswert (ml) (nach Zeleny): erfasst die Proteinqualität und gibt Auskunft über die Quellfähigkeit des Proteins; Eine Mehlsuspension (Mischung aus Flüssigkeit und Feststoff) wird geschüttelt und nach vorbestimmter Zeit das Volumen des gequollenen Sediments gemessen. Die Quelleigenschaften des Proteins ermöglichen Voraussagen über Teigstand, Gashaltevermögen und Volumenausbeute der Gebäcke. Der "Sedi" wurde daher zu einem Kriterium für die Eiweißqualität. Er ist in hohem Maße sortenspezifisch und korreliert meist positiv mit Proteingehalt und Backvolumen.
Fallzahl (s): Maß für den Auswuchs, der die Backqualität verschlechtert, da durch die beginnnende Keimung auf dem Halm bereits Stärke abgebaut wir; ihre Höhe wird vor- wiegend durch die Verkleisterungs- bzw. Viskositätseigenschaften der Stärke bestimmt. Bei niedrigen Fallzahlen kann die Backqualität durch Schwächung der Krumenelastizität beeinträchtigt sein, weil die Enzyme (Amylasen) zu aktiv waren.
Backqualität (ml/100 g Mehl): Ziel ist eine hohe Volumenausbeute; mithilfe des Standard- oder Mikrobackversuchs (Papid-Mix Test) wird das Brotvolumen mit eine standardisierten Menge an Mehl und Wasser festgestellt.
Die Weizenklassen Für die Sortenbeschreibung werden die Weizensorten nach festgelegten Mindeststandards eingestuft. Diese sind:
Als A-Gruppe wird "Qualitätsweizen" bezeichnet, der über hohe Protein- und Sedimentationswerte verfügt. Die Bezeichnung "A" stammt historisch von dem Begriff "Aufmischweizen", der mit hohen Eiweißqualitäten Defizite anderer Sorten ausgleichen konnte (und kann).
Die B-Gruppe umfasst diejenigen Sorten, die als "Brotweizen" für die Gebäckherstellung im Allgemeinen gut geeignet sind: Hier liegen die Werte im mittleren Bereich, der den Anforderungen der Backpraxis entspricht.
In die C-Gruppe werden die "Sonstigen Weizen" eingeordnet, die - von Ausnahmen abgesehen - hauptsächlich als Futterweizen verwendet werden. Sie haben zumeist relativ niedrige Protein- und "Sedi"-Werte, die kein gutes Backverhalten erwarten lassen - aber ein hohes Ertragspotenzial.
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Als "Eliteweizen" wird die E-Gruppe mit sehr hohen "inneren Werten" bezeichnet, die für die meisten heimischen Brot- und Gebäckrezepturen fast "zu hoch" sind. Sie können aber zum gezielten Ausgleich von Backschwächen anderer Sorten genutzt werden. Zudem wird ein Großteil dieser Sorten in Länder exportiert, die für ihre spezifischen Produkte gerade solche hohen Werte benötigen.
In die K-Gruppe (für "Keksweizen") sind diejenigen Sorten eingruppiert, die diesem Verwendungszweck entsprechend niedrige Werte haben. Die sogenannten EU-Sorten wurden nicht vom Bundessortenamt, sondern in einem anderen EU-Land für den Saatgutverkehr zugelassen; sie dürfen somit auch in Deutschland angebaut werden und fallen meist in die B-, C- oder K-Gruppe.
Sogenannter Hartweizen, auch Nudelweizen wird in Schleswig-Holstein klimabedingt nicht angebaut.

Quelle: Agrar heute, ergänzt durch die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

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