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B.M.G. holt nicht mehr ab

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14 Mär 2018 11:18 #10025 von cattle
cattle erstellte das Thema B.M.G. holt nicht mehr ab
MoinMoin!

Das ist ja wohl komplett gruselig. Nach der Insolvenz der B.M.G. soll die Milch ab heute nicht mehr abgeholt werden. Ich höre, dass die Molkereien nicht besonders heiß darauf sind, die Rohmilch zu übernehmen. Das ist also zumindest eine gute Vorlage, um Rohmilch zu sehr viel günstigeren Konditionen zu bekommen. Oder ... muss Milch auf den Betrieben vernichtet werden?

Eigentlich müsste es für die Milch doch Verwendung geben. Denn die Milch wurde zuletzt doch auch noch von melkenden Betrieben abgeholt und zu den Verarbeitern geliefert, die täglich auf den Rohstoff für ihre Produktion benötigen.

In jedem Falle scheinen das noch ungeklärte Verhältnisse zu sein. Wie reagieren betroffene Landwirte?

Uwe
(cattle) ... das ist alles eine sehr unschöne Gemengelage ....

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15 Mär 2018 15:07 #10028 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: B.M.G. holt nicht mehr ab
.... hier zum Thema eine Pressemeldung des BDM:

I-Meldung Beginn

Aus für Milchhändler B.M.G.: Schnelle Rettung der betroffenen Milchviehhalter gefordert


Die Einstellung der Milchabholung durch die B.M.G. als einem der größten deutschen Milchhändler bedeutet für die direkt betroffenen Milchviehhalter ein wirtschaftliches Desaster: Sie sind damit unmittelbar und akut in ihrer Existenz bedroht. Schon für die bereits gelieferte Milch im Februar erhalten die Lieferanten der B.M.G. kein Geld mehr und nun stehen viele Betriebe in einer angespannten Milchmarktsituation vor der Frage, ob und zu welchem Preis ihre Milch überhaupt einen weiteren Abnehmer findet.

Durch gemeinsame Anstrengungen von betroffenen Milcherzeugergemeinschaften sowie von Verbänden der Milchviehhalter ist es in Zusammenarbeit mit verschiedenen Molkereiunternehmen gelungen, für einen Teil der betroffenen Milchviehhalter zumindest die weitere Milchabholung zu organisieren und zu sichern.

Bei einer nicht unbeachtlichen Anzahl von Milchviehhaltern bleibt die Milch bisher allerdings auf dem Betrieb stehen, betroffen sind davon unter anderem Betriebe im Schwarzwald, im Westerwald und im Sauerland.

„Aus Sicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter ist es ein Unding, dass man die betroffenen Milchviehbetriebe in dieser Notlage hängen lässt. Wir erkennen an, dass einige Molkereien sehr kooperativ an Lösungen mitarbeiten, müssen aber auch feststellen, dass manche Molkereiunternehmen offenbar ihre Marktmacht, die in der aktuellen Marktsituation noch einmal größer ist, gegenüber den Milchviehhaltern regelrecht ausspielen, ohne Rücksicht darauf, was in den betroffenen Regionen damit angerichtet wird“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Manche Molkereiunternehmen unternehmen wirklich alles kurzfristig Mögliche und nehmen die Milch zumindest ab. Aber es gibt auch die anderen, die die Notsituation der Milchviehhalter entweder nicht ernstnehmen oder sogar nutzen, um an den Milchviehhaltern, die sich für mehr Wettbewerb im Milchmarkt engagieren, ein Exempel zu statuieren. „Es kann nicht sein, dass man bereits gegebene Zusagen der Milchaufnahme in dieser Zwangslage kurzfristig wieder zurücknimmt“, kritisiert Schaber vehement.

„Um die betroffenen Milchviehbetriebe nicht ebenso wie die B.M.G. in die Insolvenz zu treiben, ist umgehend politisches Handeln notwendig. Es muss sofort ein staatlicher Nothilfefonds eingerichtet werden und mit Überbrückungsgeldern muss Liquidität für die betroffenen Milchviehbetriebe geschaffen werden“, fordert Schaber nachdrücklich. „Gleichermaßen muss die nach § 5 Milch- und Fettgesetz mögliche Zuweisung der Milchabholung an Molkereiunternehmen erfolgen, auch wenn im Moment die dafür nötigen konkreten Zuweisungsgebiete nicht definiert sind. Dies muss im Eilverfahren geändert werden, um auch diese Option schnellstmöglich nutzen zu können. Die aktuelle katastrophale Lage, die viele Milchbetriebe ganz schnell ihre Existenz kosten wird, erfordert sofortige und beherzte Notfallmaßnahmen.“

Der BDM appelliert an Bundesagrarministerin Julia Klöckner, sich darüber hinaus in Brüssel umgehend für die Erweiterung des Sicherheitsnetzes für den EU-Milchmarkt um zeitlich befristete Mengendisziplinmaßnahmen einzusetzen. Wäre die aktuelle Marktsituation angesichts drückender Milchmengen nicht derart angespannt, könnte auch die Milch der betroffenen Milchviehhalter deutlich leichter am Markt untergebracht werden. Das Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept des BDM und EMB mit dem darin enthaltenen dreistufigen Herangehen bildet die Grundlage dafür, dass das Marktrisiko nicht derart einseitig auf die Milchviehhalter als schwächstes Glied der Wertschöpfungskette abgewälzt werden kann. In der jetzigen Situation muss überdies die Entscheidung der EU-Kommission und des EU-Agrarrates, das Interventionsverfahren nach dem Festpreisverfahren auszusetzen, sofort zurückgenommen werden.

„In dieser prekären Situation muss alles, was möglich ist, getan werden, um die Milchviehhalter zu unterstützen“, erklärt Schaber, „und vor allem muss wirklich schnell und unbürokratisch gehandelt werden!“


Meldung Ende -I

Uwe
(cattle)

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22 Mär 2018 10:38 - 22 Mär 2018 10:42 #10030 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: B.M.G. holt nicht mehr ab
MoinMoin!
Wie ist hier der letzte Stand der Dinge?

Seitens Klöckner und des Landesbauernverbands Brandenburg ist zu hören, dass für die Milch wieder abgeholt wird und für alle Brandenburger Milchbauern eine Lösung gefunden worden ist.

Das hört sich zunächst ja gut an, habt Ihr da noch weitere Infos?

So ein wenig habe ich ja gegrübelt, was die fehlenden Abnehmer der Milch angeht. Irgendwo muss die Milch, die auf einigen Betrieben nun nicht abgeholt wurde, bei einigen Molkereien und Verarbeitern fehlen. Gab es von der Seite keinen Aufschrei? Oder war es vor allem ein reines Abholproblem, weil die Milchwagen für den Transport nicht mehr zur Verfügung standen? Grübel, mal schauen, wie sich die Dinge entwickeln.

Aber die Preise für die betroffenen Landwirte scheinen wohl sehr bedenklich zu sein. Aber ... Genaues weiß ich noch nicht.

Uwe
(cattle)
Letzte Änderung: 22 Mär 2018 10:42 von cattle.

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22 Mär 2018 11:27 #10031 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: B.M.G. holt nicht mehr ab
MoinMoin!

Hier einige Infos vom BDM zum Thema:

B.M.G.-Insolvenz: Konstruktive Soforthilfe, aber weiteres Maßnahmenbündel erforderlich

Die Insolvenz der B.M.G., mit einer Jahresmilchmenge von rund 950 Mio. kg Milch einer der größten Milchhändler in Deutschland, hat viele Milchlieferanten, deren Milch von einem auf den anderen Tag nicht mehr abgeholt wurde, in schwerste Bedrängnis und existenzielle Not gebracht. Dies umso mehr, weil die Milchlieferanten der B.M.G. schon für die bereits gelieferte Milch im Februar nur eine Abschlagszahlung erhalten haben.

„Wir sind sehr erfreut, dass wir sowohl auf Ebene des Bundesministeriums als auch im engen Austausch mit den Länderministerien in NRW und Hessen auf offene Ohren stoßen und ganz schnell und konstruktiv dafür gesorgt wurde, dass auch die Milch der Lieferanten, die zunächst keine neuen Abnehmer fanden, zumindest vorübergehend bei Molkereien untergebracht werden konnte“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Bundesministerin Julia Klöckner und die Länderministerinnen Christina Schulze-Föcking in Nordrhein-Westfalen und Priska Hinz in Hessen zeigen hier Bewusstsein für die Nöte der Milchviehhalter und großes persönliches Engagement, wenn es darum geht, auch noch die letzten Einzelfälle, die noch keine Abnehmer haben, unterzubringen. Wir bedanken uns auch bei unseren Landesteams und vielen Mitgliedern, die sich im Hintergrund intensiv engagieren und sich mit betroffenen Milcherzeugergemeinschaften, mit einigen konstruktiven Molkereien und engagierten Politikern über alle Parteigrenzen hinweg austauschen, um schnelle und unbürokratische Hilfen für die betroffenen Milchviehhalter zu ermöglichen.“

„Allerdings dürfen wir mit dem Erreichten nicht zufrieden zu sein“, betont Schaber. „Die eigentliche Aufgabe liegt noch vor uns. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Milch der B.M.G., die jetzt notdürftig bei anderen Molkereien untergebracht wurde, dort angesichts einer angespannten Milchmarktsituation zum Teil gar nicht gebraucht wird und entsprechend nur zu niedrigsten Preisen und nur kurzfristig angenommen wird – was auch der Hauptgrund für die Insolvenz der B.M.G. sein dürfte.“

Der wirtschaftliche Schaden für die Milchviehhalter ist enorm: In vielen Fällen erhalten die ehemaligen B.M.G.-Lieferanten derzeit einen Milchpreis, der noch unter dem Spotmarkt-Niveau liegt, weil sie auch für die Transportkosten noch selbst aufkommen müssen. Ersten Einschätzungen zufolge dürften sich die zu erwartenden Einnahmeverluste für die ehemaligen B.M.G.-Lieferanten auf insgesamt mindestens rund 60 Mio. Euro beziffern lassen – Tendenz steigend, wenn man davon ausgeht, dass auch nach vier Wochen die Milchpreisunterschiede zum Bundesschnitt deutlich sein dürften.

Quelle: BDM

Alles Gute
Uwe
(cattle)

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30 Mär 2018 18:26 #10035 von Braunie
Braunie antwortete auf das Thema: B.M.G. holt nicht mehr ab
War letzte Woche auf einem Betrieb, der an die BMG geliefert hat. Vorher ging die Milch an die Sachsenmilch, danach auch, aber direkt ohne BMG dazwischen. Alles ein nahtloser Übergang, würde bloß teuer werden "aber sowas muss man halt einfach überleben können."
Außer den finanziellen Schäden ist die ganze Sache doch nicht so kritisch, bis auf die eigenen Molkereien (Hagenow u.a.?) war die BMG für den Großteil ein Händler der physisch mit der Milch nichts machte. Soll nicht abwertend klingen, aber hat nicht so einen Effekt wie wenn eine Molkerei mit 1 Mrd. kg wegen Zahlungsunfähigkeit den Strom abgedrejt bekommt.

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