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... da tut sich was ...

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17 Aug 2013 20:04 #7655 von cattle
cattle erstellte das Thema ... da tut sich was ...
MonMoin!

Da liegt eine interessante Woche hinter mir. Ich war auf zwei Veranstaltungen, auf denen sich Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Handel, Interessenverbänden, Forschung usw. treffen und wo ich immer wieder gerne zugucke und zugucken darf. Es handelte sich dabei um eine Vortragsveranstaltung der Kompetenzzentrum Milch Schleswig-Holstein (KMSH) sowie um die Rindermastbereisung, organisiert vom hiesigen Bauernband. Bei uns hier oben haben wir ja seit einem Jahr einen grünen Agrarminister und da ist es ja immer wieder spannend, wie sich eine überwiegend unternehmerisch und konventionell denkende Landwirtschaft mit einem grünen Ressortchef an der Kieler Förde stallt.

Rein menschlich glaube ich, dass zwischen unserem Bauernverbandspräsident Werner Schwarz und unserem Minister Dr. Robert Habeck eine gute Ebene herrscht. Mit "menschlich" meine ich damit weniger den Aspekt "gemeinsam mal den Grill anschmeißen und Dönkes erzählen", sondern mehr eine intellektuelle Ebene. Beide, so glaube ich, haben begriffen, dass sie in einem Boot sitzen und ich vermute auch, dass beide recht ehrgeizig bei der Sache sind, wenn es darum geht, Lösungen zu finden, keinem zu sehr weh tun. Das ist bestimmt nicht immer leicht.

Ganz aktuell zeigt sich dies bei der Neuregelung der Knickpflege. Zunächst gibt es da sicherlich grundsätzliche Divergenzen hinsichtlich der Sozialpflichtigkeit von Eigentum. Künftig muss die letzte Furche 50 cm weiter vom Knick entfernt sein als vorher. Für die Grünen ist das okay, für die Bauern ganz und gar nicht. Nun, in diesem Bereich prallen wohl ganz unterschiedliche Denken aufeinander, daran kann man nichts ändern. Immerhin, und das meine ich durchaus positiv, IMMERHIN ist es aber so, dass der Habeck doch noch einmal mit den Demonstranten an den Knick ging und sich die Probleme vor Ort erklären ließ. Ich glaube, da ist er interessiert und bei der Sache. So etwas ist sehr wichtig und nicht selbstverständlich. Da reicht ja schon ein Blick über die Elbe, um zu wissen, dass wir es in SH durchaus noch besser haben. :-)

Die agrarischen Institutionen vom Bereich Besamung über Futterbau, Vermarktung und Stalleinrichtern zeigt sich dem gegenüber auch klar, dass man bereit ist, sich dem "neuen Wind" zu stellen. Es zeigt sich aber auch deutlich, dass in diesen Bereichen wichtige Weichen bereits vor 10 Jahren gestellt wurden. "Tierwohl", "Nutzungsdauer", "Vitalität" ..., da hat unser Sektor schon Einiges vorzuweisen. Und es scheint wohl auch nachvollziehbar zu sein, dass man - auch wenn sich das einige Wähler wünschen - nicht einfach einen Hebel umwerfen kann und schon ist die Welt in Ordnung. Da wird es sich nicht um Monate, sondern um Jahre und evtl. auch um Jahrzehnte handeln, bis das Ziel der Reise erreicht sein wird, das wir heute als wünschenswert erachten (Ironie erkannt ;-) ? ).

Also, ich glaube, es ist etwas in Bewegung hier oben. Bewegung muss per se nicht immer gut sein. Aber wir hätten es durchaus schlechter treffen können. Aber warten wir ab, und trotzdem: immer wachsam bleiben.

Uwe
(cattle)

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