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MEDIEN kritisieren ....

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17 Sep 2014 15:00 #8512 von cattle
cattle erstellte das Thema MEDIEN kritisieren ....
MoinMoin!

Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbands Schleswig-Holstein hat während seiner Rede auf dem Landesbauerntag am 5. September den Norddeutschen Rundfunk kritisiert. Böse, böse? Nein, ganz und gar nicht. Denn die Kritik setzte an einem Punkt an, der absolut unstrittig ist – „unstrittig“ ganz klar auch aus der Sicht von Menschen, die nicht aus dem Lager der Agrarier stammen.

Ich füge hier einmal eine Passage aus dem Text ein:

„Man versteht uns (DIE LANDWIRTE) nur schwer in einer Gesellschaft, die sich von den Ursprüngen weit entfernt hat. Das schafft Konflikte, die in den Medien ihren Widerhall finden. Und es empört mich, (....), dass sich öffentlich-rechtliche Sender hierbei besonders hervortun!

Ich frage mich: Wenn sich Medien mit Missständen befassen – was sie sollen –

warum überlassen sie es dann anderen, in Ställe einzudringen? Wenn das nur ein niederschwelliges Delikt ist,, wie ich kürzlich las, warum begehen Journalisten dann nicht selber Hausfriedensbruch? Weil sie ganz genau wissen, dass es Unrecht ist?

Warum überlassen sie das Handwerk Organisationen, die ganz andere Motive haben, als sie ein öffentlich-rechtlicher Sender haben sollte? Weil sie nicht objektiv berichten wollen?

Warum halten Medien jemanden, der durch illegale Aktionen an Informationen kommt, überhaupt für glaubwürdig – frei nach dem Motto: Wer einbricht, der wird schon nicht lügen? Ist es, weil sie die Wahrheit nicht wissen wollen?

Wer verleiht unseren Sendern die Macht, ein tatsächliches Rechtsvergehen gegen ein nicht bewiesenes abzuwägen? Und warum entscheidet man sich regelmäßig zugunsten des tatsächlichen Rechtsbruchs? Weil Meinungsmacht das Rechtsbewusstsein unterdrückt?

Aus welchem Grundsatz leitet man das Recht ab, offenbar widerrechtliche Tierhaltungsbedingungen nicht anzuzeigen, sondern skandalisiert aufzubereiten? Ist es, weil es Quote bringt?

Meine Damen und Herren,

viele, die sich als Investigationsjournalisten bezeichnen, sind lediglich Sensationsjournalisten ohne Verantwortung gegenüber unserer Tieren und denen, die ihren Arbeitsplatz über Gebühren finanzieren.

Aber das scheint manchem Quotenjäger in den „Anstalten“ inzwischen so egal zu sein wie die Tiere und die Bauernfamilien, die dahinter stehen.

Ich sage deutlich: Wir erwarten Besserung! Deshalb haben wir in der letzten Woche eine Programmbeschwerde bei dem Rundfunkrat des NDR eingereicht! „

So, das war die Passage der Rede, die mir besonders gefallen hat. Vielleicht ist der Text an der einen oder anderen Stelle etwas zu pathetisch, aber was soll`s? Der Schwarz muss auch ein wenig Schwung in den Laden bringen.

Besonders interessant ist für mich der Ansatz, dass sich die Medien selbst schuldig machen, wenn sie über wie auch immer zustande gekommene Videos und Filme zunächst sammeln und erst bei passender Gelegenheit in Berichte über landwirtschaftliche Themen einbinden. Wenn es den Journalisten und ihren Lieferanten wirklich um Tierschutz gehen sollte, dann macht es nach meinem Dafürhalten doch am ehesten Sinn, den konkret betroffenen Landwirt bei der Polizei anzuzeigen. Das Einbinden entsprechender Bilder und Filme in allgemein gehaltene Skandalberichte schwärzen oft den gesamten Berufsstand an und stellen ihn als Ganze an den Pranger. Das ist schlichtweg und ungerecht.

Na, mal schauen, was sich aus der Angelegenheit noch ergeben wird.

Uwe
(cattle)

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