Anmelden

Forum

Wolfsburg lässt grasen?

Mehr
17 Apr 2015 22:08 - 17 Apr 2015 22:33 #9012 von cattle
cattle erstellte das Thema Wolfsburg lässt grasen?
MoinMoin!

Kaum ist man mal für eine Woche in Dänemark, schon tanzen hier die Mäuse auf dem Tisch. Konfuse Nachrichten aus Wolfsburg - im Europäischen Fußball wird es spannend, - Piech mäkelt an Winterkorn und nun spielt VOLKSWAGEN noch ganz intensiv die Veganergeige.

www.agrarheute.com/aufreger-dbv-contra-volkswagen

www.topagrar.com/news/Home-top-News-Uner...kte-hin-1753164.html

www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/i...-vw-mit-boykott.html

Bitte nicht falsch verstehen, von mir aus soll jeder nach seinem persönlichen Geschmack selig werden - ob nun mit Schnitzel oder mit Sojakeim.

Ich sehe es aber auch so, dass Volkswagen auf diese Weise versucht, sein Bild in der Öffentlichkeit weiter zu verbessern. Und das tut das Unternehmen meiner Ansicht nach zu Lasten unserer viehhaltenden Landwirte. Und ... so hört man, auch noch deutlich unsachlich und angreifend. Folglich geht diese PR-Campagne des Autobauers bei mir ganz klar nach hinten los. Aus meiner Sicht ist dieser Ansatz peinlich und passt so gar nicht in das Bild, das ich bislang von Volkswagen hatte. Wer weiß, ob derlei Schnellschüsse auch in anderen Bereichen des Unternehmens an der Tagesordnung sind.

Mich wundert auch, dass VW auf diese Weise gegen eine doch recht relevante Kundengruppe "schießt", schade! Ich fahre ja persönlich den VW Amarok und bin mit dem Auto sehr zufrieden. Aber ... es tut mir ja Leid ..., beim nächsten Autokauf muss VW noch bessere Autos zu einem noch besseren Preis anbieten, um gegen einen Nissan Pickup oder den Ford anzustinken. Sehr schade!

Uwe
(cattle)
Letzte Änderung: 17 Apr 2015 22:33 von cattle.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutretten.

Mehr
17 Apr 2015 22:32 #9013 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: Aw: Wolfsburg lässt grasen?
..... hier noch eine Meldung des Bauernverbands:

Rukwied: Kein Verständnis für Greenwashing-Kampagne der VW-Autostadt

Die Produktion eines Autos frisst bis zu 400.000 Liter Wasser



(DBV) „Die deutschen Bauernfamilien haben kein Verständnis für die Imagemaßnahme der VW-Autostadt. Darin werden Landwirte und Bauernfamilien ausgerechnet von der Automobilbranche zu Umweltsündern abgestempelt. Der Landwirtschaft wird vorgeworfen, sie sei zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasemissionen. Es ist beispiellos, wie das Aushängeschild eines deutschen Automobilkonzerns, wofür die Autostadt Wolfsburg zweifellos steht, eine Berufsgruppe an den Pranger stellt, die nachhaltig in Kreisläufen und mit der Natur arbeitet. Offenbar soll von den Auswirkungen der Automobilbranche auf Umwelt, Klima, Rohstoff-, Flächen- und Energieverbrauch abgelenkt werden.“ Mit diesen Vorwürfen übte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, scharfe Kritik an den Informationen und der Kampagne „Gut Essen“ der VW Autostadt in Wolfsburg.



„Es ist einfach falsch, die Landwirtschaft als maßgeblichen Verursacher von Treibhausgasemissionen hinzustellen, wie es VW tut. Fakt ist, dass die Landwirtschaft in Deutschland nur noch sieben Prozent der Emissionen an Treibhausgasen verantwortet und diese weiter verringert“, stellte der Bauernpräsident fest. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Auch oder gerade dann nicht, wenn es sich um die gläserne Autostadt handelt. Schließlich frisst die Produktion eines Autos bis zu 400.000 Liter Wasser.“ Ein Unternehmen wie VW muss sich ernsthafter um den Klimaschutz rund ums Autofahren kümmern, denn dessen Gesamtbilanz von der Erdölförderung bis hin zur Fahrzeugherstellung und dem Straßenbau, für den wertvolle und fruchtbare Äcker und Wiesen vernichtet werden, sei klimapolitisch äußerst fraglich.



Rukwied wandte sich entschieden gegen die negative Darstellung von Landwirtschaft und Tierhaltung und deren Leistungen. „Forschung und Entwicklung bedeuten auch in der Landwirtschaft Fortschritt. Diese für Tierwohl, Lebensmittelqualität und -sicherheit sowie für die Arbeitsbedingungen der Landwirte wichtigen Entwicklungen haben für VW offenbar keine Bedeutung. Es ist völlig in Ordnung, wenn Restaurants vegetarische Gerichte anbieten. Ein Problem entsteht dann, wenn dies mit falschen Behauptungen und fragwürdigen, ideologisch geprägten Studien begründet wird“, erklärte Rukwied.

Soweit ...

Uwe
(cattle)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutretten.

Mehr
19 Apr 2015 20:13 #9014 von Thomas
Thomas antwortete auf das Thema: Aw: Wolfsburg lässt grasen?
Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort:
Ergebnisse der VW-Werkself seit den Berichten: 1-4 gegen Neapel, 1-1 gegen Schalke...;-)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutretten.

Mehr
19 Apr 2015 21:36 #9015 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: Aw: Wolfsburg lässt grasen?
... :-) ... ich bin ja mal gespannt, wie sich die Dinge dort weiter entwickeln. Ob der Bauernverband dort noch auf den Tisch hauen wird? Es kann ja eigentlich nicht angehen, dass sich ein Autohersteller auf Kosten der Rinder- und Schweinehalter profiliert. Wenn VW damit so ohne Weiteres durchkommt, dann wäre das schon ein "Bock" für unseren Sektor.

Naja, schauen wir mal.

Uwe
(cattle)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutretten.

Mehr
21 Apr 2015 22:22 - 22 Apr 2015 10:13 #9021 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: Aw: Wolfsburg lässt grasen?
... MoinMoin!

Hier ist der Inhalt einer Nachricht einer Tierarztpraxis auf den veganen Ausfallschritt des Autokonzerns ... .


Hallo!

Einige von Euch mögen in den landwirtschaftlichen Medien über die Website der Autostadt gelesen haben. Viele Kunden und auch die Mitarbeiter der Agroprax haben gefragt, wie wir damit umgehen wollen.

Deshalb hat die Geschäftsführung der Agroprax folgendes Schreiben an den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen und den Minister für Wirtschaft des Landes Niedersachsen, beide Mitglied im Aufsichtsrat der VW AG, Herrn Bernd Osterloh, Mitglied des Aufsichtsrates, Herrn Stephan Grühsem , Leiter der Konzernkommunikation VW und Herrn Wachs , Sprecher der Geschäftsführung der Autostadt GmbH geschickt.

Damen und Herren!

Mein Name ist Jürgen Rothert. Ich bin Agraringenieur und Tierarzt und einer der Geschäftsführer der agro prax Ges. f. Tiermedizin und Betriebsbegleitung mbH in Ankum, LK Osnabrück.

Mit 16 Tierärzten und 2 Agraringenieuren begleiten wir Milchviehbetriebe in Deutschland und helfen Ihnen mit gesunden Kühen und mit bestem Kuhkomfort Milch von hervorragender Qualität zu erzeugen, was unsere Kunden auch leisten. Die Milch ist das am besten kontrollierte Lebensmittel.Unser Fuhrpark besteht zur Zeit aus 15 VW T5, 2 VW Passat, 1 VW Caddy Maxi (Turnover alle 3,5 Jahre).

Auf der Website der Autostadt GmbH waren folgende Passagen veröffentlicht: „Tierische Milch enthält alle Medikamente, mit denen das milchgebende Tier behandelt oder gefüttert wurde: Antibiotika, Wurmkuren. Diese werden im Darm nicht aufgeschlossen und gelangen teilweise direkt ins Blut. Durch die Verfütterung genveränderter Futterpflanzen ist ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher auch bei Milchprodukten nicht auszuschließen. Wer diese Risiken minimieren möchte, sollte konsequent nur Bio-Produkte verwenden.“

Mit dieser Behauptung, die Sie in keiner Weise belegen können und die jeden Milchkuhhalter der Straftat bezichtigt, verurteilen und beleidigen Sie jeden Milchkuhhalter und alle die in dieser Produktionskette involviert sind.

„Andererseits schluckt die Landwirtschaft enorme Mengen an Rohstoffen, Energie und Fläche. Gleichzeitig produziert sie beträchtliche Emissionen. Der Rohstoffverbrauch, die Energiegewinnung, der Wasserverbrauch sowie die Abfalllagerung und Entsorgung haben massive negative Auswirkungen unter Anderem auf Biodiversität, Klima, Gewässer und Böden. Wenn wir essen, konsumieren wir also gleichzeitig immer auch ein Stück natürlicher Ressourcen.“

Das ein Unternehmen, wie der VW Konzern, der Autos wie den VW Tuareg oder Porsche produziert, die die Menschen nicht gebrauchen aber über die Massen Treibstoff verbrauchen, die mit Industrieanlagen, Teststrecken oder Entertainmenttempeln wie der Autostadt, mit Geländeteststecke über die Massen Fläche verbraucht und versiegelt, sich hier zum Richter aufspielt, ist unerhört.Das ein Unternehmen, das für jedes der 10 000 000 gefertigten Fahrzeuge über 400 m3 Wasser verbraucht, feststellt, dass eine Kuh jeden Tag 60-80 l Wasser trinkt; dabei vergessen Sie auch noch, dass das getrunkene Wasser direkt als hochwertiges Nahrungsmittel Milch dem Menschen dient oder als Gülle wieder dem Boden zugeführt wird.

Dieser Beitrag ist also gelinde gesagt dumm. Ihre fragwürdigen Beiträge verwundern umso mehr, da VW aus Niedersachen stammt, welches seine Wohlstand in den letzten Jahrzehnten aus der professionellen Landwirtschaft und deren nachgelagerter Industriebezieht, und als Flächenland zudem maßgeblich zur Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln beiträgt. Die Mitarbeiter der agro prax GmbH, Tierärzte und Agraringenieure, die jeden Tag ihre Arbeit engagiert sensibel dem Tier und dem Verbraucher gegenüber tun, haben mir mitgeteilt, dass sie in Zukunft nicht mehr in Fahrzeug eines Herstellers fahren möchten, der sie und ihre Arbeit einer Straftat bezichtigt und beleidigt, selbst aber die Ressourcen der Erde über alle Massen verbraucht und schädigt. Unsere Mitarbeiter baten die Geschäftsführung der agro prax GmbH für die Erweiterung und Ergänzung unseres Fuhrparks keine VW Fahrzeuge mehr zu kaufen.

Wir stehen in diesem Kontext in enger Kommunikation mit unseren Kunden und Kollegen (überwiegend Niedersachsen), die ebenfalls viele VW Fahrzeuge fahren.Wir erwarten von Ihnen, dass sich der VW Konzern in den wesentlichen Medien unseres Landes bei den Landwirten und allen anderen, die betroffen sind, entschuldigt.Wir werden nun schon über die Verbreitung dieses Briefes an viele Landwirte, landwirtschaftliche Medien und Nahrungsmittelbetriebe dazu beitragen, dass die betroffenen überlegen, ob ein VW oder anderes Fahrzeug des Konzerns noch das Fahrzeug Ihrer Wahl sein kann. Viele Grüße Von der Geschäftsführung der Agroprax

-

Uwe
(cattle)
Letzte Änderung: 22 Apr 2015 10:13 von cattle.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutretten.

Mehr
30 Apr 2015 15:42 #9038 von cattle
cattle antwortete auf das Thema: Aw: Wolfsburg lässt grasen?
MoinMoin!

Na, hier eine gemeinsame Presseerklärung von Bauernverband und Volkswagen. Ich werde den Eindruck nicht los, als ob der Bauernverband seine Ziele nicht ganz so erreichen konnte. Von "Fehlinterpretationen" ist die Rede? Von wem? "Fehlinterpretationen" von denjenigen, die sich über die Aktionen der Autostadt aufregen? Oder handelt es sich um "Fehlinterpretationen" auf Seiten der Autostadt? Gut, man kann als Berufsverband vermutlich nicht gegen VW anstinken können.

Bauernverband und Autostadt im Dialog

(DBV) Im Wolfsburger Themenpark haben sich Werner Hilse, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident im Landvolk Niedersachsen, und Otto F. Wachs, Geschäftsführer (Sprecher) der Autostadt GmbH, zu einem Meinungsaustausch getroffen. Anlass war die Darstellung der Philosophie der zehn Autostadt Restaurants, die den Besuchern die drei Ernährungsstile von vitaler Kost mit Fisch und Fleisch über vegetarische Angebote bis hin zu veganen Speisen erläutert. Diese Darstellung mit den Vor- und Nachteilen für die Umwelt und den Menschen hatte in den vergangenen Tagen zu einer intensiven Debatte in Internetforen geführt und Landwirte gegen die Autostadt aufgebracht. Wachs erläuterte, dass sich die Autostadt bereits im Jahr 2003 bewusst entschieden hatte, für ihre Restaurants Produkte von Biobauern zu beziehen. Er betonte, dass man in keiner Form weder Landwirte noch landwirtschaftliche Betriebe bzw. landwirtschaftliche Erzeugungsmethoden kritisieren wolle.

Im Gespräch haben Werner Hilse und Otto F. Wachs festgestellt, dass es Fehlinterpretationen gab, die im weiteren Austausch mit den beteiligten Partnern erörtert werden sollen.

Mit den Ausführungen der Autostadt werden keine einseitigen Empfehlungen für eine fleischhaltige, vegetarische oder vegane Ernährung gegeben. Wachs erläuterte, dass es dem Verständnis der Autostadt entspricht, die zugrunde liegenden Informationen des Konzepts kontinuierlich zu prüfen und durch neue Erkenntnisse im Dialog zu ergänzen. Außerdem nahm er das Angebot Hilses gerne an, sich selbst auf einem Bauernhof über moderne Landwirtschaft zu informieren. Dabei soll, so Hilse, insbesondere der Grundsatz einer nachhaltigen Landwirtschaft als Fundament bäuerlichen Wirtschaftens im Mittelpunkt stehen.

Uwe
(cattle)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutretten.

Anmelden oder Registrieren