Anmelden

Nachrichten

Breite Allianz will Kühe auf der Weide


Schweiz: Eine Allianz aus landwirtschaftlichen Organisationen sowie dem Tierschutz haben heute einen Tierwohl-Pakt unterzeichnet. Sie fordern darin, dass das Programm für regelmässigen Auslauf im Freien (Raus) weiterentwickelt wird.

Konkret fordern die Organisationen eine zweistufiges Raus-Programm bestehend aus Raus Basis und Raus Weide. Für das weitergehende "Raus Weide" soll es für die Landwirte einen Zuschlag geben. Dieser Vorschlag war von einer vom Bund eingesetzten Arbeitsgruppe empfohlen worden, wurde jedoch nicht in die Vernehmlassung zum Verordnungspaket 2017 aufgenommen.

Die Allianz aus Schweizer Bauernverband, Schweizer Milchproduzenten, Mutterkuh Schweiz, Schweizer Tierschutz, Bio Suisse, IP-Suisse, Schweizer Kälbermäster-Verband, Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter und Swiss Beef will, dass dieser Vorschlag noch ins Paket aufgenommen wird und dementsprechend Anfang 2018 in Kraft tritt.

Aktuell ist die Beteiligung am Raus-Programm im Rindvieh-Bereich hoch. Die Organisationen fürchten aber, dass dies nicht so bleiben wird, insbesondere mit den zunehmend grössere Betrieben. "Damit die Beteiligung hoch bleibt, ist eine Weiterentwicklung des heutigen Raus-Systems dringend nötig", sagte Bauernverbands-Präsident und Nationalrat Markus Ritter heute vor den Medien. Mit dem neuen System werde gewährleistet, dass auch die Kühe von den grösseren spezialisierten Milchproduktions-Betrieben auf der Weide seien.

Dem stimmte Christophe Noël, Vizepräsident der Schweizer Milchproduzenten, zu: "Ziel muss es sein, die Anzahl der Milchkühe auf den Weiden noch zu steigern." Mit dem vorgeschlagenen System würden zukunftsgerichtete Betriebs-Strategien belohnt und könnten gefördert werden, so Noël.


Die Weidehaltung komme zunehmend unter Druck, sagte Mathias Gerber, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz. Für ihn können Zustände wie im benachbarten Ausland, wo kaum mehr Tiere auf der Weide zu sehen sind, kein Zukunfts-Szenario für die Schweiz sein. Es sei darum wichtig, dass jetzt Gegensteuer gegeben werde und der Bund seine Verantwortung wahrnehme.

Hansuli Huber, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes (STS), kritisierte die Haltung des Bundes. "Es ist völlig unverständlich und inakzeptabel, wenn der Bund ausgerechnet jene Massnahme ablehnt, die den geforderten Tier- und Umweltschutz am ehesten und gewinnbringend für alle vorwärtszubringen verspricht", so Huber. Es gebe nur eines: "Tiere auf die Weide".

Quelle: LID

Uwe Scheper

(cattle)

Anmelden oder Registrieren