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Bücher & Co.

Buch „Tierschutzindikatoren „Leitfaden für die Praxis – Rind“

 

Ein in vielfacher Weise bemerkenswertes Buch!

 

Wow, das KTBL veröffentlicht in seinen Schriften sehr viele wissenswerte Dinge. Leider werden die Bücher gelegentlich als "etwas zu akademisch-dröge" beschrieben. Da ist sicherlich etwas … ETWAS … dran, andererseits muss man aber auch klar sehen, dass es hier um fachliche Informationen handelt und nicht um einen spannenden Krimi.

Aber mal im Ernst. Im Bereich Tierschutz bietet das KTBL derzeit eine ganz toll und sehr praxisgerecht aufbereitete Reihe an Veröffentlichungen an. Diese sind schon allein wegen ihrer Verarbeitung her ideal für die Arbeit im Stall geeignet und müssen schon allein deswegen hoch gelobt werden. Seite für Seite ist durch die laminierte Form vor den Verschmutzungen der Praxis geschützt. Einfach abwischen und der Dreck des Arbeitseinsatzes ist vergessen. Das ist Ausrichtung auf die Praxis – PUR!

Ich habe die Ausgaben „Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Rind“, „Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Schwein“ sowie „Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Geflügel“ gesehen. Auf den DIN A4-Seiten findest Du aussagefähige Bilder und kurze Texte, die Dir das notwendige Gerüst geben, um im Stall nach dem Wohlergehen Deiner Tiere zu schauen. Es gibt reichlich Details, über die Du sowohl an den Tieren als auch an der Stalleinrichtung selbst erkennen kannst, ob sich Deine Tiere wohl fühlen … oder halt nicht. Es macht wirklich Spaß, einfach einmal mit den „Leitfäden in der Praxis“ durch den Stall zu gehen und zu gucken.

Die Grundlage dieser Schriften ist wohl die Broschüre „Tierschutzindikatoren – Vorschläge für die betriebliche Eigenkontrolle“. Sie umfasst knapp 60 Seiten und „behinhaltet die Empfehlungen von mehr als 45 Experten und Expertinnen aus zwei KTBL-Fachgesprächen zu überwiegend tierbezogenen Indikatoren für Milch- und Mastrinder, Aufzuchtkälber, Sauen, Ferkel, Mastschweine, Mastputen, -hühner sowie Legehennen“ (so schreibt das KTBL). Diese Broschüre ist dicht gedrängt mit Tabellen mit zahlreichen Indikatoren, Beschreibungen, Vorschlägen zur praktischen Berücksichtigung und weiteren, eher knapp gehaltenen Angaben. Diese Broschüre wird zum Preis von 19,00 Euro angeboten und bietet einfach noch eine weitergehende Grundlage – auch sehr interessant, aber eben wohl doch weniger geeignet für den Einsatz im Stall.

Eines hat mich beim Blättern und Gucken in den Heften doch ein wenig zu Denken gegeben. Ich dachte mir, dass wesentliche der hier behandelten Aspekte in der Praxis bekannt sein müssten. Es wäre sehr betrüblich, wenn die angesprochenen Punkte für Euch gänzlich neu wären. Von daher kann ich nur hoffen, dass sich diese Leitfäden vor allem zur Auffrischung von Altbekanntem genutzt werden.

Die „Leitfäden für die Praxis“ kosten jeweils 18 Euro. Dieses Geld ist sicherlich gut angelegt. Denn a) habt Ihr die Verantwortung für Eure Tiere, b) könnt Ihr auf diese Weise dafür sorgen, dass es Euren Tieren NOCH besser geht, c) sind solche Dinge auch wichtig für die Außendarstellung der Landwirtschaft und d) leisten zufriedene und gesunde Tiere auch einfach mehr.

Also … alle Daumen hoch! Eine gute Informationsquelle für alle Praktiker im Stall!

 

Uwe

(cattle)

 

und das meint der Verlag zu den Veröffentlichungen:

 

Tierschutzindikatoren

Vorschläge für die betriebliche Eigenkontrolle

Erscheinungsjahr 2015

68 Seiten · Schrift

Infolge der Änderung des Tierschutz-gesetzes (§ 11 Abs. 8) sind Nutztierhalter und -halterinnen seit 2014 verpflichtet, in einer betrieblichen Eigenkontrolle die Tiergerechtheit der Haltung zu prüfen. Ziel ist eine Sensibilisierung bzw. Stärkung der Eigenverantwortung des Tierhalters in Tierschutzfragen. Hierzu benötigen die Betriebsleiter möglichst objektive Prüfgrößen, um mit vertretbarem Aufwand die Tiergerechtheit in ihrem Betrieb einzuschätzen und gegebenenfalls verbessern zu können. In zwei KTBL-Fachgesprächen haben knapp 50 Experten aus Wissenschaft, Beratung, Verwaltung, Tierschutzverbänden und Praxis Indikatoren zusammengestellt, die sich für eine betriebliche Eigenkontrolle zur Beurteilung der Tiergerechtheit gemäß § 11 Abs. 8 besonders eignen, darunter vorrangig tierbezogene Indikatoren. Die Indikatoren sollen einfach zu erheben sowie gleichzeitig hinreichend valide und reliabel sein. In der vorliegenden Schrift sind die Empfehlungen der Experten zu tierbezogenen Indikatoren für Milch- und Mastrinder, Aufzuchtkälber, Sauen, Ferkel und Mastschweine, Mastputen und -hühner sowie Jung- und Legehennen zusammengestellt. Für jede Produktionsrichtung werden systematisch die möglichen Tierschutzprobleme, die jeweils geeigneten Indikatoren sowie ein erster Vorschlag für die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung bereitgestellt.

Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis - Rind

Erscheinungsjahr 2016
60 Seiten · Sonderveröffentlichung

Nutztierhalter haben nicht nur eine hohe Verantwortung, sondern auch einen großen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Arbeit, indem sie routinemäßig darauf achten, dass es ihren Tieren gut geht. Eine gezielte Schwachstellenanalyse außerhalb des Tagesgeschäftes hilft, Fehlentwicklungen, die sich manchmal schleichend einstellen, zu erkennen und gezielt zu beheben. Eine solche Selbstkontrolle objektiviert den Blick auf die Tierwohlsituation und verschafft Sicherheit. Anhand welcher Indikatoren kann der Tierhalter Probleme, die in der Praxis häufig auftreten, erkennen und wie sollen sie erhoben werden? Hierfür gibt der Leitfaden Empfehlungen. Er liefert dem Rinderhalter - aber auch von ihm beauftragten Personen wie Berater oder Tierarzt - eine Anleitung, wie eine Überprüfung der Tiergerechtheit nach aktuellem wissenschaftlichen Stand praktikabel und fachgerecht durchgeführt werden kann. Ein Ablaufschema für jede Produktionsrichtung zeigt, welche Indikatoren erhoben werden sollten. Der Steckbrief zu jedem Indikator enthält eine Hinführung, eine Foto-Klassifikationstabelle bzw. Rechenformel, sowie Hinweise zu Erhebung. Der Leitfaden soll in erster Linie dem Nutztierhalter zur Unterstützung des betrieblichen Managements dienen. Gleichzeitig stellt er eine fachlich fundierte Möglichkeit dar, der Eigenkontrollpflicht nach §11(8) TierSchG nachzukommen.

 

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