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RSH: Schöne Abend-A(u)ktion!


Knapp 150 Tiere kamen unter den Hammer - guter Termin für den Bulleneinkauf - gut besucht, hätte aber noch etwas mehr sein können.


Junge Vererber im Fokus

Auch in diesem Jahr waren die fünf ausgestellten Nachzuchten junger RSH eG-Vererber ein echter Publikumsmagnet. Die ersten Töchter der beiden schwarzbunten, jungen töchtergeprüften Vererber „Bazaar“ und „Magoo“ können bei den Züchtern unter anderem durch sehr gutes Exterieur mit festen, sehr hoch aufgehangenen Eutern punkten. Die Töchter der beiden Bullen überzeugen durch ihre korrekten Fundamente, ideal für jeden Laufstall, und einen tendenziell leichteren Kalbeverlauf.


Der rotbunte „Payback“, der schon als genomischer Jungbulle ein echter Verkaufsschlager war, hat nun ebenfalls die ersten Töchter in Milch, und drei von ihnen vertraten ihren Vater ebenfalls am Auktionsabend in der Holstenhalle. Sie zeigten sich großrahmig und mit sehr guten Becken, richtig tollen Eutern und laufstallgerechten Fundamenten. Durch seinen guten Zuchtwert für Dermatitis Digitalis (DD) wurde er mit dem DDpremium-Label ausgezeichnet. Das bedeutet, dass er an seine Töchter eine niedrige Anfälligkeit für diese weitverbreitete Klauenerkrankung weitervererbt.


Auch die echten Schleswig-Holsteiner „Spezialitäten“ durften an diesem Abend nicht fehlen: Die Abteilung der Rotbunten Doppelnutzungsrinder, die neben einer durchaus konkurrenzfähigen Milchleistung durch ihren sehr guten Fleischansatz für die Züchter ein „zweites Standbein“ bieten, stellte Töchter des „Rik“-Sohnes „Rikus DN“ aus. Seine Töchter überzeugten durch sehr gute Fundamente mit klaren Sprunggelenken und wie gewünscht parallelen Hinterbeinen. Auch ihre Euter sind mit ihrer guten Hintereuterhöhe und den gut platzierten, wie gewünscht etwas längeren Strichen echte Schmuckstücke.


Wenn man an Schleswig-Holsteiner Unikate denkt, dann ist natürlich das Angler-Rotvieh nicht weit. Die Töchter des „Riga“ haben durch ihren Vater eine sehr leistungsstarke Familie im Background. So überzeugen die „Riga“-Töchter neben Leistung mit breiten, sehr gut gelagerten Becken, die die Leichtkalbigkeit der Rasse nochmal unterstreichen. So ist auch Riga durch seinen Kalbeverlaufszuchtwert bestens für Färsenbesamungen einsetzbar.


Auktionator Claus-Peter Tordsen eröffnete die Auktion der über 140 zum Verkauf angebotenen Tiere schwungvoll und voller Elan. Die aufgetriebenen Tiere waren speziell für diesen Abend bestens selektiert und somit von hoher Qualität. Das fachkundige Publikum hatte daher ein sehr breites Angebot und „die Qual der Wahl“.



Bullenmarkt

Den Auftakt machten wie gewohnt die gekörten Bullen, beginnend mit der Rasseabteilung Rotbunt. Das kleine Angebot erzielte einen Durchschnittspreis von 1.750 €, teuerster Bulle des Kontingents war „Vado P“, ein hornloser „Mission P“-Sohn aus einer mit 85 Punkten very good (VG) bewerteten „Jerudo“-Mutter, die zudem über sechs Laktationen mit Einsatzleistungen über 10.000 Mkg glänzen kann. Er erzielte für seinen Züchter, Joachim Postel aus Rastorf 2.100 €. Das deutlich stärker bestückte Bullenangebot der Rasseabteilung Schwarzbunt brachte einen Durchschnittspreis von 1.615 €, wobei sich auch hier die Preisspitze deutlich von den weiteren verkauften Bullen absetzen konnte. Der mit einem gRZG von 151 ausgestattete „Gymnast“-Sohn „KAX Valos“ von der Rinderzucht Kaack GbR in Mözen ist ein Halbbruder des bei der RSH eG stationierten Besamungsbullen „Keegan“, und geht auf die in Züchterkreisen bestens bekannte „Goldwin Desiree“ VG89 zurück. Soviel genetische Qualität war dem Käufer nach einem Bieterduell am Ende 3.000 € wert.


Weibliche Tiere

Bei den rotbunten Färsen konnte der Markt komplett geräumt werden, die 17 angebotenen Tiere erlösten im Schnitt 1.661 €. Das teuerste Tier war eine echte Augenweide, sowohl für Züchter als auch für Schauinteressierte. „HaH Moonshine“ aus der international bekannten Zuchtstätte von Andreas Bewersdorff in Ruhwinkel erzielte nach einem Kopf-an-Kopf Rennen zweier Interessenten am Ende 3.600 €. „HaH Moonshine“ überzeugt nicht nur selbst durch spitzen Exterieur und ein traumhaftes Euter, sondern auch ihre Mutter, „Jerudo“-Tochter „HaH Morgenrot“ ist bei hoher Einsatzleistung mit VG89 bewertet. Ihre Großmutter ist keine geringere als die bekannte „HaH NOG Honeymoon“, auf die auch die bekannten Besamungsbullen „Brekan“ und „Snake Red“ zurückgehen.


Bei den schwarzbunten Färsen wurde sehr qualitätsorientiert geboten, doch aufgrund des hohen Qualitätsniveaus der angebotenen Tiere konnte auch hier der Markt 69 Tieren bei einem Durchschnittspreis von 1.463 € bis auf wenige Tiere geräumt werden. Teuerstes Tier wurde die „Goldday“-Tochter „Tick-Tack“ aus der Betriebskollektion von Claus-Heinrich Jacobsen aus Hohenlieth. Sie selber ist tragend von RSH-Spitzenvererber „All In“ und ihre Mutter brachte über sieben Laktationen Einsatzleistungen von über 10.000 Mkg zu Papier. Beste Voraussetzungen also für den Käufer, dem „Tick-Tack“ 1850 € wert war.



Ein bisschen „Farbe ins Spiel“ kam vor allem bei den Kälbern im Ring. Volker Wehde aus Bünsdorf hatte neben seiner Betriebskollektion auch zwei hervorragend herausgebrachte Braunviehkälber mit nach Neumünster gebracht, die schnell echte Fans und so auch ein neues zu Hause fanden. Das teuerste von ihnen, die „Easybull“-Tochter „Whiskey“ ging für 1.000 € in den neuen Stall im Kreis Plön.


Wenn es um die Fellfarben geht, dürfen auch die Anglerrinder natürlich nicht unerwähnt bleiben. Auch hier erregte ein Kalb besondere Begierde bei den Käufern. Eine „Nougat“-Tochter aus Embryotransfer aus der leistungsstarken und schauerfolgreichen „Laila“ von „Haithabu“ aus dem Züchterstall von Cord Jensen in Sörup war einem Bieter aus Rheinland-Pfalz am Ende 1.400 € wert. Die weiteren elf aufgetriebenen Tiere der inhaltsstoffstarken Rasse aus dem Gebiet rund um die Schlei brachten einen Durchschnittspreis von 1.395 €. Preisspitze wurde hier "Uno", die schicke "VR Dalton"-Tochter von Jürgen Melchertsen, Norgaardholz, die für 1.650 € zugeschlagen werden konnte.


Nachdem der letzte Hammer gefallen und das letzte Tier gegen 23.30 Uhr den Ring verlassen hatte, gab es noch einen letzten Gewinner zu küren. Die Jungzüchter, sonst meistens mit einem Verlosungskalb bei der Auktion dabei, hatten von vier Beinen auf Räder umgesattelt. Es gab eine mit reichlich Preisen gefüllt pinke Schubkarre zu gewinnen, die vor allem bei den jungen Damen der Zunft Begehrlichkeiten weckte. Nach einer spannenden Verlosung schob Michael Nissen aus Ringsberg als glücklicher Gewinner von dannen.


Die RSH eG dankt den zahlreichen Besuchern und Käufern für ihr großes Interesse an erstklassigem Zuchtvieh, und bedankt sich besonders bei allen Beschickern und den Ausstellern der Nachzuchtkühe für den großen betriebenen Aufwand, eine solche Auktion mit derartigen Qualitäten zu beschicken. Ein herzlicher Dank geht auch an die zahlreichen Helfer, die diesen Abend zu einem so gelungenen Event haben werden lassen. Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächste Ausgabe der Auktion am Abend bereits im November 2019, eine weitere Initiative der RSH eG, den Auktionsstandort Neumünster zu beleben und den Züchtern eine gute Plattform anzubieten, ihr qualitativ hochwertiges Zuchtvieh „an den Mann“ zu bringen.


Die nächste Auktion für schwarz- und rotbunte Bullen sowie weibliche Tiere – nur BHV1-freie Tiere mit amtlicher Bescheinigung – findet am Donnerstag, 07. März 2019, in den Holstenhallen, Neumünster, statt.


Quelle: RSH eG


Dr. Uwe Scheper

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