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Aug. 23

Erntebilanz 2019 - bundesweiter Überblick!

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Rukwied: Leicht unterdurchschnittliche Getreideernte

 

(DBV) Die deutschen Bauern haben in diesem Jahr eine Getreideernte von 45 Millionen Tonnen eingefahren. Gegenüber der durchschnittlichen Erntemenge der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 47,9 Millionen Tonnen entspricht dies einer um 2,9 Millionen Tonnen bzw. sechs Prozent kleineren Getreideernte. Die Winterrapsernte beziffert der Deutsche Bauernverband (DBV) auf rund 2,8 Millionen Tonnen. Dies geht aus der abschließenden Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes hervor, welche auf Daten und Informationen der Landesbauernverbände basiert. „Die Getreideernte fällt leicht unterdurchschnittlich aus. Raps hingegen hat enttäuscht und damit steigt die Besorgnis um die Zukunft des für die Fruchtfolge so wichtigen Rapsanbaus“ sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

 

„Die Erträge fallen je nach Niederschlagsverteilung regional sehr unterschiedlich aus. In manchen Regionen müssen Betriebe erneut eine miserable Ernte verkraften. Erschwerend kommt dort für die tierhaltenden Betriebe das wiederholt geringe Grundfutteraufkommen hinzu“, erläutert Präsident Rukwied. Die regionalen Regenfälle in der ersten August-Hälfte haben den Abschluss der Getreide- und Rapsernte verzögert, dem Grünland und den im Herbst zu erntenden Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln kamen sie zugute. Ein Auffüllen der Bodenwasservorräte war mit den bisherigen Niederschlagsmengen jedoch noch nicht möglich. Dies wäre mit Blick auf die bevorstehende Rapsaussaat jedoch dringend nötig.

 

Die Getreideernte in Höhe von 45 Millionen Tonnen ist auf einer Fläche von 6,4 Millionen Hektar herangewachsen. Der Durchschnittsertrag über alle Getreidearten liegt bei sieben Tonnen pro Hektar. Im Vergleich zum durchschnittlichen Ertrag der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 7,5 Tonnen bleiben die Erträge gut sechs Prozent zurück.

 

 

Für die einzelnen Kulturen legt der DBV die folgende Bilanz vor:

 

Winterweizen ist die bedeutendste Getreideart im deutschen Ackerbau. Er wurde zur Ernte 2019 auf einer Fläche von rund 3,1 Millionen Hektar angebaut, was nahezu dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Im Bundesdurchschnitt wurde ein Ertrag von 7,5 Tonnen pro Hektar erzielt (2013 bis 2017: 8,1 Tonnen pro Hektar). Daraus ergibt sich eine Erntemenge von 23,1 Millionen Tonnen. Im Mittel der Jahre 2013 bis 2017 ernteten die deutschen Bauern noch 25,3 Millionen Tonnen. Die mit der ersten Hitzewelle Ende Juni einsetzende Sorge, die hohen Temperaturen könnten die für die Ertragsbildung wichtige Phase der Kornfüllung abbrechen, hat sich somit zumindest regional bestätigt.

 

Der Anbau von Wintergerste erfolgte auf einer Fläche von knapp 1,4 Millionen Hektar. Damit überstieg die diesjährige Anbaufläche das Mittel der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 1,2 Millionen Hektar um zehn Prozent. Der Wintergerstenertrag liegt mit 7,1 Tonnen pro Hektar fast vier Prozent unterhalb des langjährigen Durchschnitts von 7,35 Tonnen pro Hektar. Auf Basis des Ertrags von 7,1 Tonnen pro Hektar ergibt sich eine Erntemenge von 9,7 Millionen Tonnen. Damit übersteigt die Erntemenge aufgrund der Flächenausweitung das langjährige Mittel von 9,1 Millionen Tonnen deutlich um 600.000 Tonnen bzw. sechs Prozent. Da Wintergerste naturgemäß früher heranreift als Winterweizen, hatte die Wintergerste mit Einsetzen der hohen Temperaturen die Ertragsbildung bereits weitgehend abgeschlossen. Folglich sind die Auswirkungen der Hitzewellen auf das Ertragsniveau der Wintergerste deutlich geringer.

 

Der seit dem Jahr 2013 bestehende rückläufige Trend im Anbau von Winterroggen wurde zur Ernte 2019 erstmals unterbrochen. Mit einer Anbaufläche von 642.200 Hektar übertrifft die Anbaufläche den langjährigen Durchschnitt von 628.000 Hektar um knapp 15.000 Hektar. Den Winterroggenertrag beziffert der DBV auf 5,1 Tonnen pro Hektar (2013 bis 2017: 5,7 Tonnen pro Hektar). Damit beträgt die Erntemenge rund 3,3 Millionen Tonnen und verfehlt trotz Flächenausweitung den langjährigen Durchschnitt von 3,6 Millionen Tonnen (minus 9 Prozent).

 

Der Anbau von Sommergerste liegt mit 360.000 Hektar etwa 10.000 Hektar über dem langjährigen Durchschnitt. Die Hektarerträge von 5,5 Tonnen bewegen sich im langjährigen Mittel. Aufgrund der leicht überdurchschnittlichen Anbaufläche übertrifft auch die Erntemenge von knapp zwei Millionen Tonnen den Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 (1,9 Millionen Tonnen) leicht.

 

Winterraps: Besorgniserregend ist, dass Winterraps zur Ernte 2019 nur noch auf einer Fläche von 857.500 Hektar angebaut wurde (2013-2017: 1,35 Millionen Hektar). Die geringe Anbaufläche ist auch eine Spätfolge des letzten Dürresommers, denn durch die anhaltende Trockenheit war die Aussaat zwecklos. Der im weiteren Vegetationsverlauf oftmals auftretende hohe Schädlingsbefall hat zudem die Erträge reduziert. Mit durchschnittlich 3,2 Tonnen pro Hektar wird der langjährige Durchschnitt von 3,8 Tonnen deutlich unterschritten (minus 15 Prozent). Auf dieser Basis ergibt sich eine Erntemenge von rund 2,8 Millionen Tonnen. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 5,2 Millionen Tonnen fällt die Rapsernte somit rund 47 Prozent geringer aus. Obwohl Winterraps als sogenannte Blattfrucht in überwiegend getreidereichen Fruchtfolgen ein wichtiges Fruchtfolgeglied ist, wird der Anbau von Raps für viele Landwirte zunehmend unattraktiv. Durch Einschränkungen im Pflanzenschutz können die Erträge schlechter abgesichert werden, womit das wirtschaftliche Risiko steigt. Trotz geringer Erntemengen – auch in der Europäischen Union – sind die Erzeugerpreise nicht wirtschaftlich. Es ist daher dringend geboten, Absatzmärkte für Raps zu sichern, z. B. über eine entsprechende Biokraftstoffpolitik. Dies wäre im Sinne der Erreichung der Treibhausgasminderungsziele und dient über das Koppelprodukt Rapsschrot gleichzeitig der Versorgung mit heimischen Eiweißfuttermitteln.

 

Für viele landwirtschaftliche Betriebe gestaltet sich die wirtschaftliche Situation weiterhin schwierig. Die regional erneut aufgetretenen deutlichen Ernteeinbußen fallen zusammen mit einem nicht zufriedenstellenden Preisniveau. Bereits seit Monaten sind die Erzeugerpreise für Getreide rückläufig. Mittlerweile erzielt ein Landwirt im Bundesdurchschnitt nur noch 157 Euro für eine Tonne Brotweizen und 143 Euro für eine Tonne Futtergerste. Die Aussicht auf eine Trendwende ist angesichts der komfortablen europäischen und weltweiten Versorgungslage gering. Insbesondere für Weizen wird sowohl für die EU-28 als auch weltweit ein weiterer Aufbau der Lagerbestände erwartet. Zudem dürfte die Konkurrenz am Exportmarkt hoch bleiben. So hat die EU-28 trotz einer höheren Weizenernte in den ersten sechs Wochen des Wirtschaftsjahres 2019/20 erst 1,3 Millionen Tonnen Weichweizen und damit 30 Prozent weniger exportiert als im Vergleichszeitraum des vorhergehenden Wirtschaftsjahres.

 

Quelle: Deutscher Bauernverband

 

Uwe

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    MoinMoin! Der Bundesverband Rind und Schwein - kurz: BRS - hat auf der Agrarministertagung ein Positionspapier zum Thema Rindertransporte vorgelegt. Im Kern geht es darum, die Standards für Transporte aus Deutschland in andere EU-Länder sowie Zielländer außerhalb der EU zu verbessern. "Gezielt" wird dabei auch auf die Standards der EU-Tiertransport-Verordung, da die nun vorgelegten Vorschläge über das bisherige Niveau hinaus gehen. Das hört sich doch schon mal gut an. Leider habe ich noch keine weiteren Informationen zu dem Thema, ich werde da aber noch schauen. Bis dahin könnt Ihr Euch mittels der Meldung der top agrar informieren. Ich hoffe, dass die Vorschläge weitreichend genug sind, um tiergerechte Transporte auch außerhalb der deutschen Grenzen zu gewährleisten. Und ich hoffe zudem - EU lässt grüßen -, dass die deutschen Vorschläge auch auf EU-Ebene akzeptiert und in anderen Nationen abgenickt werden. Da muss man ja immer darauf achten, dass sich andere Länder nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn "die Deutschen mal wieder alles besser wissen". Es gibt ja durchaus Stimmen, die dafür sind, den Export für Schlachtvieh in Länder außerhalb der EU komplett zu verbieten und die Schlachtung der Tiere innerhalb der EU nach den Vorstellungen des Fleischhandels in den Zielländern vorzunehmen. Auf diesem Wege könnte nicht nur für mehr Tierschutz und weniger Geknurre von irgendwelchen NGOs gesorgt werden. Es würden auch mehr Arbeitskräfte im Inland gehalten werden. Was meint Ihr? Uwe (cattle)
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