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Aug. 21

Erntebilanz Niedersachsen: Raps und Getreide leicht unter dem Durchschnitt

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Starke regionale Schwankungen abhängig von Regen und Bodengüte

 

Nachdem Raps und Getreide in Niedersachsen gedroschen sind, zieht die Landwirtschaftskammer eine erste Bilanz. Danach fiel sowohl die Raps- als auch die Getreideernte leicht unterdurchschnittlich aus. Bemerkenswert sind wieder einmal die starken regionalen Schwankungen bei den Erträgen. Basis für diese Aussagen sind eine aktuelle Prognose des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) sowie kammereigene Versuche und Beobachtungen.

 

 

Zwei Faktoren waren für die zum Teil extremen Ertragsunterschiede verantwortlich: die regional sehr unterschiedliche Regenverteilung und das Wasserspeichervermögen der Ackerböden. Auf den guten Ackerbaustandorten, die auch noch einigen Regen abbekommen hatten, wurden teilweise Spitzenerträge erzielt. Auf sehr leichten Böden in Regionen mit geringem Niederschlag konnten nur schlechte Erträge eingefahren werden.

 

In den typischen Beregnungsregionen wurden die Wassermengen für Getreide deutlich reduziert. Die begrenzten Wasserkontingente wurden bevorzugt für wirtschaftlich besonders interessante Kulturen wie Kartoffeln, Zwiebeln oder Zuckerrüben genutzt.

 

Die Erträge im Einzelnen:

 

Raps: Die Winterrapsernte konnte erneut in weiten Teilen Niedersachsens nicht überzeugen. Lediglich in den Marschen waren die Landwirte durchweg zufrieden. Die Durchschnittserträge liegen bei 34,6 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) und damit etwa 3,7 dt/ha unter dem langjährigen Mittel von 2012 bis 2017, aber höher als im sehr schwierigen Jahr 2018. Allerdings ist die Spanne der diesjährigen Ernte gewaltig und bewegt sich zwischen 20 und 50 dt/ha. Insgesamt könnte der Anbauumfang zur Ernte 2020 weiter rückläufig sein.

 

Gerste: Die Ernteerträge der Wintergerste liegen mit rund 72 dt/ha knapp unter dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017. Die Erträge bewegen sich in einer Spanne von geschätzt 45 bis über 100 dt/ha. Der in ihrer Entwicklung frühen Gerste kam zugute, dass die Trockenheit anders als im Vorjahr erst später einsetzte.

 

Weizen: Im Gegensatz zur Gerste litt der in seiner Entwicklung spätere Weizen deutlich stärker unter der Trockenheit, die bei ihm in die Phase der Ertragsbildung fiel. Das galt besonders für Bestände, die erst nach späträumenden Vorfrüchten wie Zuckerrüben oder Mais eingesät werden konnten, da hier die Vorfrüchte die Bodenwasservorräte länger beanspruchten. Unter Trockenstressbedingungen hatten früh abreifende Sorten leichte Vorteile. Die Erträge bewegten sich zwischen 40 bis 110 dt/ha und liegen im Schnitt bei leicht unterdurchschnittlichen 82 dt/ha.

 

Braugerste: Bei der Braugerste wurden die durchschnittlichen Erträge des Vorjahres, die nur dank intensiver Beregnung gedroschen wurden, nicht erreicht. Im Durchschnitt wurden 50 dt/ha (geschätzte Spanne von 30 bis 70 dt/ha) gedroschen. Damit liegen die Erträge auf dem Niveau des Vorjahres, aber etwa 8 dt/ha unter dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017. Höhere Erträge und auch bessere Qualitäten wären bei einer intensiveren Beregnung möglich gewesen.

 

Bio-Anbau: Die Öko-Betriebe erreichten nach Beobachtungen des LSN dieses Jahr bei den Wintergetreidearten überwiegend zufriedenstellende Erträge. Auch hier differierten die Ergebnisse regional stark. Die Öko-Wintergerste profitierte als früheste Getreideart von der erst später einsetzenden Trockenheit und fuhr verbreitet erfreuliche Erträge ein. Die Öko-Wintertriticale (Züchtung aus Weizen und Roggen) konnte teilweise nicht zufriedenstellen. Auf Böden mit guter Wasserverfügbarkeit wurden dagegen gute Erträge erzielt. Gleiches gilt für Öko-Winterweizen und Öko-Dinkel. Der Öko-Winterroggen kam erwartungsgemäß mit den trockenen Witterungsbedingungen am besten zurecht und erreichte überwiegend gute Erträge. Die eingefahrenen Qualitäten waren insgesamt gut bis zufriedenstellend.

 

Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

 

Uwe

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Aktuelle Beiträge
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    Okt. 21

    MoinMoin! Anbei eine Pressemitteilung des Landvolks Niedersachsen! Nur zwei von drei deutschen Höfen halten Tiere Deutschlands Tierhalter reagieren auf politische Vorschriften und die gesellschaftliche Diskussion: Immer mehr von ihnen geben auf. Diesen Trend belegen nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes sowohl Daten der Agrarstrukturerhebung wie auch der Viehzählungen. Das ergeben Auswertungen des Deutschen Bauernverbandes. Er hat in einem Vergleich der Ergebnisse zur bundesweiten Agrarstrukturerhebung von 2016 und 2010 ermittelt, dass auf zwei von drei Höfen Tiere gehalten werden. Auf 185.200 landwirtschaftlichen Betrieben standen danach zum Stichtag 1. März 2016 Tiere, bei der Vorgängererhebung 2007 wurden noch 53.200 Tierhalter mehr ermittelt. Ihre Zahl reduzierte sich schrittweise um 22,7 Prozent bis 2010, weitere 30,1 Prozent bis 2013 und nochmals um 32,8 Prozent bis 2016. Der Bauernverband nennt verschiedene Gründe für diese Entwicklung, unter anderem gesetzgeberischen Regelungsdruck, eine schwache Marktstellung im internationalen Wettbewerb, aber auch wirtschaftliche Größenvorteile sowie technischen und züchterischen Fortschritt. Und nicht zuletzt veranlasst auch eine kritische öffentliche Diskussion über Landwirtschaft die Tierhalter zur Aufgabe. Etwas aktuellere Zahlen liefert die amtliche Viehzählung mit den jüngsten Daten zum Stichtag 3. Mai 2019. Danach gibt es nicht nur weniger Tierhalter, auch die Zahl der landwirtschaftlichen Nutztiere hat sich deutlich verringert. Der Milchkuhbestand hat mit 4,07 Mio. Tieren den niedrigsten Stand seit Mai 2008 erreicht. Die Zahl der Schweine zeigt seit 2015 ebenfalls kontinuierlich nach unten und liegt aktuell bei 26 Mio. Tieren. Noch rasanter vollzieht sich die Talfahrt bei den Sauen, hier gab es zwischen 2005 und 2019 einen Rückgang von 2,54 Mio. Tieren auf aktuell 1,81 Mio. Die Schafhaltung liegt aktuell mit 1,57 Mio. Tieren ebenfalls deutlich niedriger als noch vor zehn Jahren mit 2,37 Mio. Tieren, allerdings hat sich hier der Rückgang zuletzt abgeflacht. Die Schafbestände werden nur einmal mit der Novemberzählung erfasst, die jüngsten Daten gelten daher für den Stichtag 1. November 2018. Quelle: (LPD 79/2019) Uwe (cattle)
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    Okt. 12

    MoinMoin! In der Oktoberausgabe der Fachzeitschrift "agrar heute" lese ich gerade einen eher kritischen Bericht über Bundesagrarministerin Julia Klöckner. Zentrale Aussagen: - Klöckner ist eine Marionette der SPD und - man bemerkt nicht, dass Klöckner besondere Ahnung von der Landwirtschaft hat. Nun, um zunächst den Punkt mit der Agrarkompetenz zu beleuchten ..., könnt Ihr Euch noch daran erinnern, wann wir zuletzt einen Bundesagrarminister mit agrarischer Fachkompetenz hatten? Also, mir fallen da spontan Josef Ertl und Ignatz Kiechle ein. Aber danach? Mal ehrlich, da müssen wir Klöckner doch einreihen in eine Phalanx der nicht besonders kompetenten Kandidaten. Gut, da gab es noch den Borchers, aber richtig heiß war der auch nicht. Sicherlich sind auch Klöckners Bewegungen rein agrarfachlich nicht immer befriedigend zu erklären, aber Leute ... ... ... das kennen wir doch, oder? ;-) Und "Marionette" ... nun, es gibt durchaus Leute, die die Aktivitäten von Ex-Minister Christian Schmidt von der CSU rund um Glyphosat auch nicht als allzu unabhängig bezeichnen würden. Nun gut, nicht von der SPD, aber ... . Sicherlich mag Klöckners Politik verwundern, aber ich glaube, dass sie versucht, Landwirtschaft sanft auf die wahrscheinlichen Veränderungen vorzubereiten und in die richtigen Startlöcher zu drängen. Ich sehe da ihre Bemühungen um ihr Tierschutzlabel und den Tierschutz. Was soll ich sagen, es gibt immer noch zu viele Schwarze Schafe unter Landwirten. Sicherlich sind es nur wenige Landwirte, aber es sind genug und Landwirtschaft verschließt noch allzu oft die Augen vor Missständen. Und da vermisse ich wirklich Aktivität, Aktivität, die über die Stereotypen eines Rukwied hinausgehen. Und eine Denke, die über das immer wieder geäußerte "Die Bauern stehen am Pranger" hinausgeht. Gut, ich hoffe, dass man Klöckners Aktivitäten zumindest teilweise damit erklären kann. Manchmal denke ich mir, dass die Agrarlobby auch etwas enttäuscht ist. Es gab wohl durchaus Leute, die hofften, dass die (vermeintlich) hübsche Weinkönigin eine gute Gallionsfigur zum Durchdrücken sektoraler Lobbyinteressen abgeben würde. Da haben sich die Interessenvertreter aber geschnitten. Klöckner macht vielleicht nicht immer, was sie (Julia) will, aber noch weniger immer das, was sie (Lobbyisten) wollen. Na, schauen wir mal. Aber ... Uwe (cattle)
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    Sep. 27

    MoinMoin! Der Bundesverband Rind und Schwein - kurz: BRS - hat auf der Agrarministertagung ein Positionspapier zum Thema Rindertransporte vorgelegt. Im Kern geht es darum, die Standards für Transporte aus Deutschland in andere EU-Länder sowie Zielländer außerhalb der EU zu verbessern. "Gezielt" wird dabei auch auf die Standards der EU-Tiertransport-Verordung, da die nun vorgelegten Vorschläge über das bisherige Niveau hinaus gehen. Das hört sich doch schon mal gut an. Leider habe ich noch keine weiteren Informationen zu dem Thema, ich werde da aber noch schauen. Bis dahin könnt Ihr Euch mittels der Meldung der top agrar informieren. Ich hoffe, dass die Vorschläge weitreichend genug sind, um tiergerechte Transporte auch außerhalb der deutschen Grenzen zu gewährleisten. Und ich hoffe zudem - EU lässt grüßen -, dass die deutschen Vorschläge auch auf EU-Ebene akzeptiert und in anderen Nationen abgenickt werden. Da muss man ja immer darauf achten, dass sich andere Länder nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn "die Deutschen mal wieder alles besser wissen". Es gibt ja durchaus Stimmen, die dafür sind, den Export für Schlachtvieh in Länder außerhalb der EU komplett zu verbieten und die Schlachtung der Tiere innerhalb der EU nach den Vorstellungen des Fleischhandels in den Zielländern vorzunehmen. Auf diesem Wege könnte nicht nur für mehr Tierschutz und weniger Geknurre von irgendwelchen NGOs gesorgt werden. Es würden auch mehr Arbeitskräfte im Inland gehalten werden. Was meint Ihr? Uwe (cattle)
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Ich betreibe cattle.de bereits seit 2001 und es ist damit das wahrscheinlich älteste Onlinemagazin speziell für Rinderhalter. Mein Name ist Dr. Uwe Scheper und ich bin seit über 30 Jahren im Journalismus aktiv.

 

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