cattle
Sep. 11

SH: Agrarminster Jan Philipp Albrecht untersagt Tiertransporte über einzelne Russen-Routen!

0 Kommentare

 

MoinMoin!

 

Ich weiß auch nicht, warum mir derzeit immer wieder eine Laus über die Leber läuft, wenn es um das Thema Tiertransporte geht. Nun verbietet auch Jan Philipp Albrecht einzelne Routen nach, in bzw. durch Russland. Die Meldung findet Ihr hier am Ende meines Texts.

 

Es ist davon auszugehen, dass diese Nachricht für die Landwirte mal wieder nach hinten los geht. Denn was steht da zwischen den Zeilen? Ich lese ganz deutlich, wie das beim Leser wirkt: "Die Bauern ist es doch scheißegal, wie mit ihren Tieren umgegangen wird, das ist doch eine verantwortungslose Truppe, denen man keine Tiere anvertrauen darf". "Die Bauern müssen mehr kontrolliert, reguliert und gerne auch drangsaliert werden". Oder ... lest Ihr etwas anderes?

 

Wir haben die Ausreden und Rechtfertigungen ja vielleicht noch im Kopf, die zu Beginn des Jahres seitens "der Anderen" geäußert wurden. Dabei gäbe das Thema "Tiertransporte ins Ausland" doch geradezu eine Steilvorlage für eine Imageverbesserung der Tierhalter und sogar der hiesigen Schlachtunternehmen ab. Ich stelle mir gerade vor, dass Landwirte vor den Landtagen und dem Reichstag demonstrieren würden und ein bessere Überwachung der Tiertransporte ins Ausland fordern würde.

 

- Man könnte fordern, dass für den Transport von Zuchtvieh nur topausgebildete Fahrer aktiv werden dürften. Vielleicht könnte man sogar erreichen, dass nur das hiesige Transportgewerbe solche Fahrten durchführen darf. Das beschert auch deutschen Fahrern einige zusätzliche Fuhren.

 

- Bei Schlachtvieh könnte man sich dafür einsetzen, dass die Tiere nur noch hier geschlachtet werden dürften und folglich nur noch als Schlachthälfte verfrachtet werden können. Warum werden Bauernverband und Schlachtverbände da nicht aktiv? Den Tieren wäre geholfen, das Image der Landwirte und der Schlachter wäre verbessert und es würden weitere Arbeitsplätze im hiesigen ländlichen Raum gesichert. Das sind allesamt Aspekte, wo sich Landwirtschaft an verantwortungsbewusst und politisch korrekt präsentieren kann.

 

In der vergangenen Woche war ich Gast auf der Milchwirtschaftlichen Kundgebung hier oben in Schleswig-Holstein. Dort mahnte einer der Redner an, die Milchwirtschaft müsse nun auch mal selbst aktiv werden und Qualitätsstandards entwickeln. Es könne ja nicht sein, dass die Qualitätsstandards immer wieder vom nachgelagerten Bereich bestimmt werden. Da müssten die Landwirte nun auch mal selbst aktiv werden .... , so, so, aber es gelingt nicht einmal, bei dieser guten Vorlage für eine Hebung des eigenen Images und darüber auch noch der Sicherung von Wertschöpfung im ländlichen Raum etwas auf die Beine zu stellen.

 

Ich hoffe inständig, dass sich Landwirte und Schlachtunternehmen mit der Materie beschäftigen und vielleicht ja doch noch "ein Schuh draus wird". Warten wir ab. So, wie sich die Sache jetzt darstellt, rettet ein Agrarminister schutzlose Tiere vor einer Fahrt auf irgendwelchen Lastwagen durchs osteuropäische NoWhere. Das entwickelt sich zu einem weiteren Sargdeckel für eine freie Landwirtschaft- schade!

 

Uwe

(cattle) ... und hier kommt die Meldung aus dem MELUND in Schleswig-Holstein.

 

 

„Der Schutz von Tieren hat auch bei Transporten in Drittstaaten oberste Priorität“

 

KIEL. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht hat Rindertransporte von Schleswig-Holstein in die Drittländer Usbekistan und Kasachstan über bestimmte Routen in Russland untersagt. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hat heute den entsprechenden Erlass zu Tiertransporten ergänzt und an die zuständigen Behörden versandt.

 

Albrecht: „Wir haben jetzt gesicherte Informationen, dass in russischen Versorgungsstationen für Tiertransporte nach Kasachstan und Usbekistan zum Teil unhaltbare Zustände herrschen oder diese Stationen gar nicht existieren. Im Sinne des Tierschutzes habe ich einen sofortigen Stopp der Tiertransporte auf diesen Routen veranlasst. Der Schutz von Tieren hat auch bei Transporten in Drittstaaten oberste Priorität.“

 

Anlass für das Verbot ist der Abschlussbericht über eine Russlandbereisung, initiiert durch die hessische Landestierschutzbeauftragte, der dem Ministerium jetzt vorliegt. Tiertransporte, die Versorgungsstationen in den genannten Regionen anfahren wollen, sind ab sofort durch die zuständigen Veterinärbehörden nicht abzufertigen.

 

Quelle: MELUND SH

 

Uwe

(cattle)

Aktuelle Beiträge
  • cattle
    Okt. 21

    MoinMoin! Anbei eine Pressemitteilung des Landvolks Niedersachsen! Nur zwei von drei deutschen Höfen halten Tiere Deutschlands Tierhalter reagieren auf politische Vorschriften und die gesellschaftliche Diskussion: Immer mehr von ihnen geben auf. Diesen Trend belegen nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes sowohl Daten der Agrarstrukturerhebung wie auch der Viehzählungen. Das ergeben Auswertungen des Deutschen Bauernverbandes. Er hat in einem Vergleich der Ergebnisse zur bundesweiten Agrarstrukturerhebung von 2016 und 2010 ermittelt, dass auf zwei von drei Höfen Tiere gehalten werden. Auf 185.200 landwirtschaftlichen Betrieben standen danach zum Stichtag 1. März 2016 Tiere, bei der Vorgängererhebung 2007 wurden noch 53.200 Tierhalter mehr ermittelt. Ihre Zahl reduzierte sich schrittweise um 22,7 Prozent bis 2010, weitere 30,1 Prozent bis 2013 und nochmals um 32,8 Prozent bis 2016. Der Bauernverband nennt verschiedene Gründe für diese Entwicklung, unter anderem gesetzgeberischen Regelungsdruck, eine schwache Marktstellung im internationalen Wettbewerb, aber auch wirtschaftliche Größenvorteile sowie technischen und züchterischen Fortschritt. Und nicht zuletzt veranlasst auch eine kritische öffentliche Diskussion über Landwirtschaft die Tierhalter zur Aufgabe. Etwas aktuellere Zahlen liefert die amtliche Viehzählung mit den jüngsten Daten zum Stichtag 3. Mai 2019. Danach gibt es nicht nur weniger Tierhalter, auch die Zahl der landwirtschaftlichen Nutztiere hat sich deutlich verringert. Der Milchkuhbestand hat mit 4,07 Mio. Tieren den niedrigsten Stand seit Mai 2008 erreicht. Die Zahl der Schweine zeigt seit 2015 ebenfalls kontinuierlich nach unten und liegt aktuell bei 26 Mio. Tieren. Noch rasanter vollzieht sich die Talfahrt bei den Sauen, hier gab es zwischen 2005 und 2019 einen Rückgang von 2,54 Mio. Tieren auf aktuell 1,81 Mio. Die Schafhaltung liegt aktuell mit 1,57 Mio. Tieren ebenfalls deutlich niedriger als noch vor zehn Jahren mit 2,37 Mio. Tieren, allerdings hat sich hier der Rückgang zuletzt abgeflacht. Die Schafbestände werden nur einmal mit der Novemberzählung erfasst, die jüngsten Daten gelten daher für den Stichtag 1. November 2018. Quelle: (LPD 79/2019) Uwe (cattle)
  • cattle
    Okt. 12

    MoinMoin! In der Oktoberausgabe der Fachzeitschrift "agrar heute" lese ich gerade einen eher kritischen Bericht über Bundesagrarministerin Julia Klöckner. Zentrale Aussagen: - Klöckner ist eine Marionette der SPD und - man bemerkt nicht, dass Klöckner besondere Ahnung von der Landwirtschaft hat. Nun, um zunächst den Punkt mit der Agrarkompetenz zu beleuchten ..., könnt Ihr Euch noch daran erinnern, wann wir zuletzt einen Bundesagrarminister mit agrarischer Fachkompetenz hatten? Also, mir fallen da spontan Josef Ertl und Ignatz Kiechle ein. Aber danach? Mal ehrlich, da müssen wir Klöckner doch einreihen in eine Phalanx der nicht besonders kompetenten Kandidaten. Gut, da gab es noch den Borchers, aber richtig heiß war der auch nicht. Sicherlich sind auch Klöckners Bewegungen rein agrarfachlich nicht immer befriedigend zu erklären, aber Leute ... ... ... das kennen wir doch, oder? ;-) Und "Marionette" ... nun, es gibt durchaus Leute, die die Aktivitäten von Ex-Minister Christian Schmidt von der CSU rund um Glyphosat auch nicht als allzu unabhängig bezeichnen würden. Nun gut, nicht von der SPD, aber ... . Sicherlich mag Klöckners Politik verwundern, aber ich glaube, dass sie versucht, Landwirtschaft sanft auf die wahrscheinlichen Veränderungen vorzubereiten und in die richtigen Startlöcher zu drängen. Ich sehe da ihre Bemühungen um ihr Tierschutzlabel und den Tierschutz. Was soll ich sagen, es gibt immer noch zu viele Schwarze Schafe unter Landwirten. Sicherlich sind es nur wenige Landwirte, aber es sind genug und Landwirtschaft verschließt noch allzu oft die Augen vor Missständen. Und da vermisse ich wirklich Aktivität, Aktivität, die über die Stereotypen eines Rukwied hinausgehen. Und eine Denke, die über das immer wieder geäußerte "Die Bauern stehen am Pranger" hinausgeht. Gut, ich hoffe, dass man Klöckners Aktivitäten zumindest teilweise damit erklären kann. Manchmal denke ich mir, dass die Agrarlobby auch etwas enttäuscht ist. Es gab wohl durchaus Leute, die hofften, dass die (vermeintlich) hübsche Weinkönigin eine gute Gallionsfigur zum Durchdrücken sektoraler Lobbyinteressen abgeben würde. Da haben sich die Interessenvertreter aber geschnitten. Klöckner macht vielleicht nicht immer, was sie (Julia) will, aber noch weniger immer das, was sie (Lobbyisten) wollen. Na, schauen wir mal. Aber ... Uwe (cattle)
  • cattle
    Sep. 27

    MoinMoin! Der Bundesverband Rind und Schwein - kurz: BRS - hat auf der Agrarministertagung ein Positionspapier zum Thema Rindertransporte vorgelegt. Im Kern geht es darum, die Standards für Transporte aus Deutschland in andere EU-Länder sowie Zielländer außerhalb der EU zu verbessern. "Gezielt" wird dabei auch auf die Standards der EU-Tiertransport-Verordung, da die nun vorgelegten Vorschläge über das bisherige Niveau hinaus gehen. Das hört sich doch schon mal gut an. Leider habe ich noch keine weiteren Informationen zu dem Thema, ich werde da aber noch schauen. Bis dahin könnt Ihr Euch mittels der Meldung der top agrar informieren. Ich hoffe, dass die Vorschläge weitreichend genug sind, um tiergerechte Transporte auch außerhalb der deutschen Grenzen zu gewährleisten. Und ich hoffe zudem - EU lässt grüßen -, dass die deutschen Vorschläge auch auf EU-Ebene akzeptiert und in anderen Nationen abgenickt werden. Da muss man ja immer darauf achten, dass sich andere Länder nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn "die Deutschen mal wieder alles besser wissen". Es gibt ja durchaus Stimmen, die dafür sind, den Export für Schlachtvieh in Länder außerhalb der EU komplett zu verbieten und die Schlachtung der Tiere innerhalb der EU nach den Vorstellungen des Fleischhandels in den Zielländern vorzunehmen. Auf diesem Wege könnte nicht nur für mehr Tierschutz und weniger Geknurre von irgendwelchen NGOs gesorgt werden. Es würden auch mehr Arbeitskräfte im Inland gehalten werden. Was meint Ihr? Uwe (cattle)
Eurotie 2020
milkrite InterPuls
Erfolgreich züchten mit All Rind
Tarmstedt-2019-cattle_234x60px_2019-1.gi
Über mich

Ich betreibe cattle.de bereits seit 2001 und es ist damit das wahrscheinlich älteste Onlinemagazin speziell für Rinderhalter. Mein Name ist Dr. Uwe Scheper und ich bin seit über 30 Jahren im Journalismus aktiv.

 

Weiterlesen ...

 

Service

Copyright 2019 cattle.de Inhaber Dr. Uwe Scheper