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Aug. 7

Steuer auf Fleisch erhöhen ...

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MoinMoin!

 

Wenn ich mir die heutigen Nachrichten zum Thema "Mehrwertsteuererhöhung für Fleisch" anhöre, dann wird mir wirklich schlecht. Die unqualifizierten Statements und Diskussionen von Akteuren aus den Bereichen Journalismus, Politik und auch der Agrarlobby treiben selbst dem Hartgesottenen die Tränen in die Augen. Man kann nur hoffen, dass das Gerede des heutigen Tages in Bälde vergessen wird und niemand mehr danach fragt.

 

1. Ich erwarte von einem Politiker, dass er weiß, dass Steuern zunächst einmal nicht zweckgebunden sein dürfen. Ich erwarte auch, dass er dies in der Diskussion sauber trennt. Schließlich sollen und müssen Politiker sauber und ordentlich arbeiten. Vielleicht kommt man mit "Gebühren" oder "Beiträgen" weiter, aber das wäre zu kompliziert und deshalb kaum für populistische Ansätze.

 

 

2. Von Journalisten erwarte ... ich sage mal lieber "erhoffte" ... ich, dass diese in der Lage sind, schiefe Aussagen von Politikern gerade zu rücken. Leider erfolgte dies nicht bei denjenigen Sendern, die ich heute gehört habe. Damit wurden dort journalistische Aufgaben, die für mich zum Tätigkeitsfeld des Journalisten gehören, nicht erfüllt. Sehr übel für die "Vierte Gewalt im Staate".

 

3. Es kommt vielen Politikern nicht ungelegen, wenn Steuern erhöht werden. Dann können neue Projekte und neue Aufgaben definiert werden, die von der Politik verfolgt werden können. Letztlich erinnert mich diese Strategie an ein Arbeitsbeschaffungsproblem für die Öffentliche Hand, das brauchen wir hoffentlich nicht.

 

4. Ich glaube, der Ansatz hätte in der politischen Welt für mehr Kritik gesorgt, wenn man den Mehrwertsteuersatz für alle übrigen Nahrungsmittel gesenkt und lediglich den für Fleisch auf seinen aktuellen Niveau belassen hätte. Fleisch würde in derselben Weise diskriminiert werden, die Öffentlichen Kassen verlören aber eine ganze Reihe von Einnahmen. Das wird gerade von Vertretern von Parteien, die meinen, der Staat könne alles besser als seine Bürger, gefürchtet.

 

 

5. Deutschland ist Mitglied in der EU und auf den Weltmärkten aktiv. Wir erleben gerade im Bereich der Ferkelproduktion, was nationale Alleingänge bewirken. Erschwerte Produktionsbedingungen werden dafür sorgen, dass hiesige Landwirte die Produktion einstellen und Landwirte in den Nachbarländern die Produktion erhöhen. Dem Klima wäre also nicht geholfen ... und die Tiere würden in Ställen in anderen Ländern gehalten, zu vermutlich übleren Haltungsbedingungen als hier.

 

6. Vielleicht macht es sogar Sinn, die globale Produktion von Fleisch zu verringern. Ich kann das nur schwer beurteilen, aber man sollte sich auch von berufsständischer Seite damit beschäftigen, wie man mir Vorwürfen dieser Art richtig umgeht. Krüskens Pressetext war mir da recht schwach und irgendwie auch nicht besonders sympathisch (das kann er besser!). Wenn ich "König" wäre, dann würde ich durchaus in Frage stellen, ob unsere Art der Produktion in Ordnung ist. Ich hätte dann schon Gutachten in der Schreibtischschublade, in denen Ideen dieser Art aufgegriffen werden. Landwirtschaft muss da viel weiter vorne sein, muss Konzepte präsentieren können und Antworten auf Kritik und Fragen bieten, die noch gar nicht richtig gestellt wurden.

 

7. Es geht in der gesamten Diskussion so sehr um Emotionen, Profilierung und Skandalisierung, dass Fakten bzw. zumindest eine sachgerichtete und ergebnisorientierte Auseinandersetzung mit dem Thema (und vielen anderen Themen) kaum noch möglich ist. Das ist sehr traurig!

 

8. Ich denke, dass wir in den kommenden Jahren an vielen Herausforderungen arbeiten müssen. Es erfordert viel harte Arbeit und fachliche Denke, um zu echten Lösungen zu kommen, zu Lösungen, die tragfähig sind und die auch eingebunden sein werden in die übrigen Sachzwänge - ohne zu große Brüche.

 

Na, schauen wir mal, wie es weitergeht. "Zum Glück" ist Landwirtschaft nicht der einzige Boxsack, der immer mal wieder Dresche bekommt.

 

Uwe

(cattle) ... jetzt erstmal einen Kaffee ...

Aktuelle Beiträge
  • cattle
    Okt. 21

    MoinMoin! Anbei eine Pressemitteilung des Landvolks Niedersachsen! Nur zwei von drei deutschen Höfen halten Tiere Deutschlands Tierhalter reagieren auf politische Vorschriften und die gesellschaftliche Diskussion: Immer mehr von ihnen geben auf. Diesen Trend belegen nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes sowohl Daten der Agrarstrukturerhebung wie auch der Viehzählungen. Das ergeben Auswertungen des Deutschen Bauernverbandes. Er hat in einem Vergleich der Ergebnisse zur bundesweiten Agrarstrukturerhebung von 2016 und 2010 ermittelt, dass auf zwei von drei Höfen Tiere gehalten werden. Auf 185.200 landwirtschaftlichen Betrieben standen danach zum Stichtag 1. März 2016 Tiere, bei der Vorgängererhebung 2007 wurden noch 53.200 Tierhalter mehr ermittelt. Ihre Zahl reduzierte sich schrittweise um 22,7 Prozent bis 2010, weitere 30,1 Prozent bis 2013 und nochmals um 32,8 Prozent bis 2016. Der Bauernverband nennt verschiedene Gründe für diese Entwicklung, unter anderem gesetzgeberischen Regelungsdruck, eine schwache Marktstellung im internationalen Wettbewerb, aber auch wirtschaftliche Größenvorteile sowie technischen und züchterischen Fortschritt. Und nicht zuletzt veranlasst auch eine kritische öffentliche Diskussion über Landwirtschaft die Tierhalter zur Aufgabe. Etwas aktuellere Zahlen liefert die amtliche Viehzählung mit den jüngsten Daten zum Stichtag 3. Mai 2019. Danach gibt es nicht nur weniger Tierhalter, auch die Zahl der landwirtschaftlichen Nutztiere hat sich deutlich verringert. Der Milchkuhbestand hat mit 4,07 Mio. Tieren den niedrigsten Stand seit Mai 2008 erreicht. Die Zahl der Schweine zeigt seit 2015 ebenfalls kontinuierlich nach unten und liegt aktuell bei 26 Mio. Tieren. Noch rasanter vollzieht sich die Talfahrt bei den Sauen, hier gab es zwischen 2005 und 2019 einen Rückgang von 2,54 Mio. Tieren auf aktuell 1,81 Mio. Die Schafhaltung liegt aktuell mit 1,57 Mio. Tieren ebenfalls deutlich niedriger als noch vor zehn Jahren mit 2,37 Mio. Tieren, allerdings hat sich hier der Rückgang zuletzt abgeflacht. Die Schafbestände werden nur einmal mit der Novemberzählung erfasst, die jüngsten Daten gelten daher für den Stichtag 1. November 2018. Quelle: (LPD 79/2019) Uwe (cattle)
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    Okt. 12

    MoinMoin! In der Oktoberausgabe der Fachzeitschrift "agrar heute" lese ich gerade einen eher kritischen Bericht über Bundesagrarministerin Julia Klöckner. Zentrale Aussagen: - Klöckner ist eine Marionette der SPD und - man bemerkt nicht, dass Klöckner besondere Ahnung von der Landwirtschaft hat. Nun, um zunächst den Punkt mit der Agrarkompetenz zu beleuchten ..., könnt Ihr Euch noch daran erinnern, wann wir zuletzt einen Bundesagrarminister mit agrarischer Fachkompetenz hatten? Also, mir fallen da spontan Josef Ertl und Ignatz Kiechle ein. Aber danach? Mal ehrlich, da müssen wir Klöckner doch einreihen in eine Phalanx der nicht besonders kompetenten Kandidaten. Gut, da gab es noch den Borchers, aber richtig heiß war der auch nicht. Sicherlich sind auch Klöckners Bewegungen rein agrarfachlich nicht immer befriedigend zu erklären, aber Leute ... ... ... das kennen wir doch, oder? ;-) Und "Marionette" ... nun, es gibt durchaus Leute, die die Aktivitäten von Ex-Minister Christian Schmidt von der CSU rund um Glyphosat auch nicht als allzu unabhängig bezeichnen würden. Nun gut, nicht von der SPD, aber ... . Sicherlich mag Klöckners Politik verwundern, aber ich glaube, dass sie versucht, Landwirtschaft sanft auf die wahrscheinlichen Veränderungen vorzubereiten und in die richtigen Startlöcher zu drängen. Ich sehe da ihre Bemühungen um ihr Tierschutzlabel und den Tierschutz. Was soll ich sagen, es gibt immer noch zu viele Schwarze Schafe unter Landwirten. Sicherlich sind es nur wenige Landwirte, aber es sind genug und Landwirtschaft verschließt noch allzu oft die Augen vor Missständen. Und da vermisse ich wirklich Aktivität, Aktivität, die über die Stereotypen eines Rukwied hinausgehen. Und eine Denke, die über das immer wieder geäußerte "Die Bauern stehen am Pranger" hinausgeht. Gut, ich hoffe, dass man Klöckners Aktivitäten zumindest teilweise damit erklären kann. Manchmal denke ich mir, dass die Agrarlobby auch etwas enttäuscht ist. Es gab wohl durchaus Leute, die hofften, dass die (vermeintlich) hübsche Weinkönigin eine gute Gallionsfigur zum Durchdrücken sektoraler Lobbyinteressen abgeben würde. Da haben sich die Interessenvertreter aber geschnitten. Klöckner macht vielleicht nicht immer, was sie (Julia) will, aber noch weniger immer das, was sie (Lobbyisten) wollen. Na, schauen wir mal. Aber ... Uwe (cattle)
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    Sep. 27

    MoinMoin! Der Bundesverband Rind und Schwein - kurz: BRS - hat auf der Agrarministertagung ein Positionspapier zum Thema Rindertransporte vorgelegt. Im Kern geht es darum, die Standards für Transporte aus Deutschland in andere EU-Länder sowie Zielländer außerhalb der EU zu verbessern. "Gezielt" wird dabei auch auf die Standards der EU-Tiertransport-Verordung, da die nun vorgelegten Vorschläge über das bisherige Niveau hinaus gehen. Das hört sich doch schon mal gut an. Leider habe ich noch keine weiteren Informationen zu dem Thema, ich werde da aber noch schauen. Bis dahin könnt Ihr Euch mittels der Meldung der top agrar informieren. Ich hoffe, dass die Vorschläge weitreichend genug sind, um tiergerechte Transporte auch außerhalb der deutschen Grenzen zu gewährleisten. Und ich hoffe zudem - EU lässt grüßen -, dass die deutschen Vorschläge auch auf EU-Ebene akzeptiert und in anderen Nationen abgenickt werden. Da muss man ja immer darauf achten, dass sich andere Länder nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn "die Deutschen mal wieder alles besser wissen". Es gibt ja durchaus Stimmen, die dafür sind, den Export für Schlachtvieh in Länder außerhalb der EU komplett zu verbieten und die Schlachtung der Tiere innerhalb der EU nach den Vorstellungen des Fleischhandels in den Zielländern vorzunehmen. Auf diesem Wege könnte nicht nur für mehr Tierschutz und weniger Geknurre von irgendwelchen NGOs gesorgt werden. Es würden auch mehr Arbeitskräfte im Inland gehalten werden. Was meint Ihr? Uwe (cattle)
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Über mich

Ich betreibe cattle.de bereits seit 2001 und es ist damit das wahrscheinlich älteste Onlinemagazin speziell für Rinderhalter. Mein Name ist Dr. Uwe Scheper und ich bin seit über 30 Jahren im Journalismus aktiv.

 

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